Polizei vermutet Zusammenhang mit anderen Taten / Bad Bevenser Gäste fühlen sich sicher

Dem Thermen-Dieb auf der Spur

„Habe hier noch nie Sorge gehabt, dass etwas weggkommt“: Ingrid Krüger ist einmal in der Woche in der Jod-Sole-Therme.

Bad Bevensen. Die Luft ist warm, die Stimmung entspannt. In ein Handtuch eingewickelt, mit Turban auf dem Kopf und Badelatschen an den Füßen steht Ingrid Krüger vor ihrem grau-grünen Spind.

Sie stellt sorgsam ihre Badetasche hinein und macht sich vom Umkleidebereich auf den Weg zu den Schwimmbecken. „Ich habe hier noch nie Sorge gehabt, dass etwas wegkommt“, sagt die Wessenstädterin (Kreis Gifhorn), die regelmäßig ein Mal in der Woche zum Schwimmen in die Bad Bevenser Jod-Sole-Therme kommt.

Am vergangenen Montag ist dann jedoch genau der Alptraum wahr geworden, den Ingrid Krüger und viele andere Badegäste ausblenden, wenn sie Uhren, Geld und andere Wertsachen in den Spinden verschließen. Am späten Nachmittag brachen Diebe einige der Schränke in der Bad Bevenser Jod-Sole-Therme und der Lüneburger Salztherme auf – Spezialisten, wie es scheint. „Immerhin sind sie mit 18 Uhr ja nicht gerade zu einer Zeit gekommen, in der nichts los war“, sagt Uwe Winter, Geschäftsführer der Kurgesellschaft. Sieben Spinde wurden in Bad Bevensen aufgebrochen. Die Beute: einige hundert Euro Bargeld sowie eine Lederjacke. Kurze Zeit später schlugen die Aufbrecher dann in Lüneburg zu – ein Ablauf, der der Polizei bekannt vorkam: Ganz ähnlich waren Diebe bereits am 3. Oktober diesen Jahres vorgegangen (die AZ berichtete). Und auch in einem Freizeitbad in Hamburg gingen Täter nach ähnlichem Muster vor, bestätigt Polizeisprecherin Nicole Monika Winterbur. In der Hansestadt wurde der etwa 40-jährige Mann auf frischer Tat ertappt. „Es wird vermutet, dass es der gleiche Täter ist“, sagt Winterbur. Denn auch in Bad Bevensen wurde der Täter kurz nach den Diebstählen beim Verlassen der Therme beobachtet. „Ein Gast hatte den Täter gesehen und konnte ihn sehr gut beschreiben“, berichtet Winter. Ein Zeugenaufruf war die Folge. Außerdem existieren Videoaufnahmen von den Taten in der Therme. „Wir haben von jedem, der hier etwas anstellt, ganz klare Bilder“, erklärt der Chef der Kurgesellschaft. „Auswerten dürfen wir das Material natürlich nur in Verdachtsmomenten.“ Zudem würden Mitarbeiter der Kurgesellschaft den Umkleidebereich samt der Spinde und die Kasse überwachen. Schwierig sei es dennoch, alle 500 Spinde, die den Badegästen für ihre Habseligkeiten zur Verfügung stehen, im Blick zu haben. „Ich kann nur an alle appellieren, dass sie unsere Schließfächer nutzen. Die sind im Blickwinkel der Kasse“, sagt der Geschäftsführer der Kurgesellschaft. Zuletzt sei es in der Bad Bevenser Therme vor mehreren Jahren zu Spindaufbrüchen gekommen. Winter: „Das Problem mit Diebstählen haben wir inzwischen leider überall – ob im Freibad oder auf den Weihnachtsmärkten.“

Von Wiebke Brütt

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