Bad Bevensens neue Solarbahn muss wegen Batterie-Schaden aussetzen / Alte Kurbahn springt ein

Thermelinchen im Noteinsatz

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Eine alte Bekannte fährt wieder durch Bevensens Straßen: Thermelinchen hat für die defekte Solarbahn den Betrieb übernommen.

Bad Bevensen. Eigentlich galt Bad Bevensens „Thermelinchen“ als ausgemustert. Seit 1. Juni sollte ihre hoch moderne Nachfolgerin – die Elektro-Solarbahn – Gäste und Einheimische auf zwei Routen durch die Straßen der Kurstadt transportieren.

Doch nach ersten Startschwierigkeiten am zweiten Fahrtag, gab Andreas Genschs Solarbahn nun ganz den Geist auf: Batterieschaden.

Weil die Batterie defekt ist, die der Solarbahn bei wolkenbedecktem Himmel unter die Arme greift, fährt Andreas Gensch derzeit mit der alten Kurbahn durch Bevensen.

„Es sind 80 Liter Säure aus dem Batteriesatz ausgelaufen“, berichtet Gensch gestern. Nach einem ersten Reparaturversuch konnte die Solarbahn zunächst noch eingeschränkt ihre Runden durch Bad Bevensen drehen, inzwischen muss sie komplett pausieren – ein unglücklicher Umstand, der den Bevensern ein Wiedersehen mit einer alten Bekannten beschert. Denn nachdem die mit ihrem Schornstein historisch anmutende Vorgängerin des modernen Zweiwaggoners, die von den Bad Bevensern liebevoll Thermelinchen genannt wird, Ende Mai ihre Abschlussfahrt gegeben hatte, nahm sie nun den Betrieb wieder auf – als Notlösung, bis der neue Batteriesatz der Solarbahn auf Andreas Genschs Hof in Mechtersen eintrifft. Bis vergangenen Sonntag ist Gensch mit der Solarbahn vormittags und der alten Kurbahn nachmittags durch Bad Bevensen gefahren. „Ich hoffe, dass wir nächste Woche wieder mit der Solarbahn fahren können. Bis dahin fährt die alte Kurbahn den gewohnten Plan ab. Ich bin Herrn Tillmann sehr dankbar, dass er mir die Bahn so unkompliziert und schnell zur Verfügung gestellt hat“, betont Gensch.

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Ulf Tillmann von der Schulze Autobus GmbH in Uelzen hatte von 2009 an die Bad Bevenser Kurbahn betrieben. Nachdem er sich finanziell mit der Bad Bevensen Mareting GmbH und der Stadt nicht mehr einig geworden war, hatte Gensch im Juni den Betrieb übernommen. Dieser kann der Panne seiner nahezu komplett verglasten Bahn auch etwas Positives abgewinnen: „Dadurch, dass ich jetzt zeitweise mit der Solarbahn und dann wieder mit der alten Kurbahn gefahren bin, habe ich die unterschiedlichen Kundenreaktionen direkt mitbekommen“, berichtet er. So würden vor allem Rollstuhlfahrer von der umweltfreundlichen Solarbahn und ihrem breiten Einstieg samt Rampe profitieren. Einige Verbesserungsvorschläge habe er sich zudem notiert: So sollen beispielsweise zusätzliche Stufen und Haltegriffe am Eingang angebracht werden.

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