Trotz vieler Regenschauer: Töpfermarkt in Bad Bevensen verzauberte mit kreativer Handwerkskunst

Tassen, Schmuck und Gartenwürmer

Doch zwischendurch kam zum Glück immer wieder mal die Sonne heraus. Dieses musikalische Trio war dafür dankbar. Fotos: Ute Bautsch-Ludolfs

Bad Bevensen. „Regenschirmherrschaft“ bestimmte – mal wieder – einen ganzen Tag beim traditionellen Töpfermarkt am Wochenende im Bad Bevenser Kurpark.

„Als wir am Freitag in der Oberlausitz losgefahren sind, hatten wir 32 Grad und strahlendes Wetter“, erzählte eine Anbieterin schulterzuckend, die ihren Blick über das schöne blau-weiße Geschirr an ihrem Stand gleiten lässt.

„Wir sehen so was mit Fassung“, sagte ein paar Meter weiter Töpfer Matthias Jäkel vom Keramikgut Naunhof bei Leipzig, der schon viele Jahre nach Bad Bevensen kommt und bis in den Herbst jedes Wochenende in einer anderen Stadt Deutschlands seine hübschen Waren anbietet.

Es war bereits der elfte Töpfermarkt und wieder einmal begeisterten Handwerkskunst, Kreativität und Vielfalt die Besucher, die vor allem am Sonntag strömten. Da gab es wenig „schauerliche“ Phasen und es war zum Teil sonnig. Musik und geschmackvolle Leckereien ergänzten das Angebot.

Schüssel, Schmuck, Schilder für Kräuter, Schönes zur Gartendekoration in vielen Farben, Formen und oft mit filigranen Zeichnungen, Mustern und Schriften dominierten den Töpfermarkt im Freien. An 54 Verkaufsständen gab es jede Menge zu entdecken. Überschwemmte Wege, Riesenpfützen, durchweichter Rasen und wabernde Rindenmulchflächen, die kurzfristig aufgeschaufelt wurden gehörten am Sonntag schon fast der Vergessenheit an.

Zahlreiche Besucher nahmen sich Zeit, schlenderten von einem zum anderen Stand. Oft wurde etwas in die Hand genommen, genau angeschaut und sich ausführlich informiert. Etwa über den Salzschwarzbrand. „Dabei werden alle Werkstücke im Elektro-Ofen dichtgebrannt und anschließend mit einer Metalloxid-Salz-Lösung behandelt, bevor der zweite Brand im Gasofen erfolgt, bei dem jedes Stück mit Sägespäne in Blechdosen verpackt wird“, erläuterte die Töpferin aus Friedrichsfehn bei Oldenburg geduldig. „Die Gefäße sind wasserdicht.“

Das alte Handwerk der Töpferei zeigte sich in neuen Ideen. Ein Reagenzglas um eine Blume dekorativ darin einzustecken, alles in einem gewundenen, getöpferten standfesten Bogen – warum nicht? Mal eine Henkeltasse mit neckischer Aufschrift. Klar doch. Oder ein Pflanzschild mit der Aufschrift „Unkraut“ – auch denkbar. Gerade im Kleinen gab es so Manches, das man nicht unbedingt haben muss, das aber doch nett ist. Und wenn es auch ein Gartenwurm ist.

Von Ute Bautsch-Ludolfs

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