Bäderausschuss diskutiert zum Saisonende über Öffnungszeiten nicht nur fürs Rosenbad

Suche nach mehr Flexibilität

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Das Rosenbad an einem Montagvormittag in den Sommerferien. Dass Badegäste mitten in den Sommerferien morgens vor verschlossenen Toren standen, sorgte für Kritik.

Bad Bevensen/Ebstorf. „Schotten dicht trotz bestem Badewetter“, diese Überschrift in der AZ sorgte im Juli für Aufregung in Bad Bevensen.

28 Grad herrschen an diesem Sommertag, und dennoch stehen Besucher vormittags vor fest verschlossenen Toren, weil das Bad montags erst um 14 Uhr öffnet. Am Dienstagabend ging es im Bäderausschuss der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf noch einmal um die Frage, ob die beiden Bäder noch besucherfreundlicher öffnen könnten.

Die Verwaltung hat zu der Sitzung in Ebstorf die Öffnungszeiten aller Freibäder der Umgebung mitgebracht. Nur die Bäder in Bienenbüttel, Amelinghausen und Dannenberg seien länger geöffnet, betont Gemeindedirektor Wilhelm Oelstorf.

„Man muss aber bedenken, dass die Frühschwimmer keine Öffnungszeiten sind“, macht Ausschussvorsitzender Léonard Hyfing (FDP) deutlich. Diese Gruppe organisiert ihren Schwimmbetrieb bekanntlich selbst und zahlt auch gesondert für die morgendlichen Bahnen.

„Jede Statistik ist so gut wie der, der sie aufstellt“, kritisiert Hagen Tetzlaff (CDU). „Alle anderen Bäder sind Spaßbäder, die privat betrieben werden“, gibt das beratende Mitglied zu bedenken. „Erst um 10 Uhr öffnen – es kann nicht sein, dass wir die Schwimmer nach Bienenbüttel vertreiben.“

Das Bad Bevenser Rosenbad ist täglich von 10 bis 19 Uhr geöffnet, montags ist es – außer in den Ferien (14 bis 20 Uhr) – geschlossen. Zum Vergleich: Das Waldbad Bienenbüttel steht die ganze Woche über offen, und zwar dienstags lange 13,5 Stunden von 6.30 bis 20 Uhr (sonntags 7.30 bis 20 Uhr, montags von 13 bis 20 Uhr). Dort gebe es jedoch zwei Schwimmmeister, hakt Oelstorf ein. „Wir haben uns entschieden, einen Ein-Schicht-Betrieb zu machen und die Kosten in den Freibädern zu senken“, erinnert der Gemeindedirektor. „Unsere Mitarbeiter arbeiten nach Tarifrecht, und das bedeutet, dass unsere Mitarbeiter nicht so flexibel sind.“ Nach Aussage von Badleiter Dominik Wolf erledigt sein Team alles in Eigenregie, auch die Reinigung.

Ohne zusätzliche Personalkosten gibt es also offenbar keine längeren Öffnungszeiten. Die Ausschussmitglieder überlegen aber, wie die Bäder flexibler werden könnten. „Können wir nicht in Bad Bevensen und Ebstorf Ehrenamtliche motivieren, Aufgaben zu übernehmen?“, fragt Ralf Schmidtke (CDU). In den Spitzenzeiten unterstützen bereits Freiwillige von der DLRG das Bad-Team. Allerdings sei es schwer, ausgebildete Kräfte zu finden, so Oelstorf.

Gudrun Klippe (Grüne) schlägt vor, abends länger zu öffnen, um Berufstätigen entgegenzukommen. Jürgen Hinrichs (SPD) will wissen, ob man nicht bei schönem Wetter länger öffnen könnte. Das wurde schon getestet, wie Badleiter Wolf berichtet: „Die Leute bleiben länger, aber wir haben nicht mehr Kunden.“

Zu einer Empfehlung kommt es nicht, das Thema wird noch weiter beraten.

Von Gerhard Sternitzke

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