Strafbefehle wegen Bankrott

Staatsanwaltschaft prüft Anklage gegen Bevenser Hotel-Planer

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Hier, am Alten Mühlenweg, sollte ein Luxus-Resort entstehen – gegen die Initiatoren wurden jetzt Strafbefehle wegen Bankrott und Insolvenzverschleppung erwirkt.

Bad Bevensen. Ein Luxus-Resort mit 100 Zimmern und 25 Bungalows sollte es werden. Doch bis heute ist aus dem 20-Millionen-Euro-Projekt, das auf dem Gelände des ehemaligen Hamburger Feriendorfs am Alten Mühlenweg in Bad Bevensen entstehen sollte, nichts geworden.

Stattdessen wurde gegen den Geschäftsführer der mittlerweile aufgelösten BD Hotel- und Handelsgesellschaft, die für das Vorhaben vor allem bei Anlegern aus dem norddeutschen Raum Gelder eingesammelt hatte, dessen Frau und einen Investmentberater aus Lüneburg wegen Anlagebetrugs ermittelt. Inzwischen hat die Staatsanwaltschaft Lüneburg rechtskräftige Strafbefehle gegen sie wegen Bankrott und Insolvenzverschleppung erwirkt.

„Im Hinblick auf zwei Gesellschaften, deren Tätigkeit Bezüge aufwies zu der (...) genannten Errichtung eines Feriendorfes, waren hier mehrere Ermittlungsverfahren geführt worden“, erklärt ein Sprecher der Lüneburger Staatsanwaltschaft auf AZ-Nachfrage. Es seien zwei Strafbefehle mit Gesamtgeldstrafen „im unteren Bereich“ verhängt worden sowie ein Strafbefehl mit einer Geldstrafe „im gehobenen Bereich“.

Im November 2015 hatte es eine Razzia in den Wohn- und Geschäftsräumen des Trios in Bad Bevensen und Lüneburg gegeben. Kurz darauf nahmen nicht nur die Lüneburger Behörden, sondern auch die auf kapitale Wirtschaftsstrafsachen spezialisierte Staatsanwaltschaft in Stade die Ermittlungen auf. Inzwischen, so der dortige Oberstaatsanwalt Kai Thomas Breas auf AZ-Nachfrage, sei der Fall „ausermittelt“.

„Der Tatverdacht des Betrugs“, so Breas, „scheint sich bestätigt zu haben.“ Bis Ostern soll entschieden werden, ob das Verfahren eingestellt oder Anklage erhoben wird. Den Anlegern des vermeintlichen Luxus-Resorts seien wohl falsche Versprechungen gemacht worden, sagt er. Die Ermittlungen seien vor allem deshalb so aufwändig gewesen, weil die Verdächtigen ein schwer durchschaubares Netz von unterschiedlichen Gesellschaften gegründet hatten.

Von Ines Bräutigam

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