Tupperabende und Beauty-Salon – Rena Schwarz begeisterte mit „Supertussies packen aus“

Und Stoffrosen für die Herren...

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Wandelbar: Rena Schwarz schlüpfte in verschiedene „Supertussi“-Rollen.

Bad Bevensen. „Ich habe mir sagen lassen, dass in Bad Bevensen die leidenschaftlichsten Zuschauer in ganz Niedersachsen sind“, so Super-Tussi Rena Schwarz in ihrer Begrüßung auf der Kurhausbühne. Der erste Lacher beim frauenlastigen Publikum.

Der Beginn des unterhaltsamen Abends mit der Kabarettistin, die bereits viermal in der Kurstadt auftrat, ist gelungen.

„Ja, das Leben ist Kabarett, es schreibt die schönsten und wichtigsten Geschichten“, sagt sie und erzählt von ihrer Freundin, der jungen Mutter Kerstin, die ihr Neugeborenes Camelia nennt, „vielleicht ist der Vater OB vor Ort“. Rena Schwarz macht sich Gedanken zur Namensgebung und wählt sich aus dem Publikum Sabine, Bernd und Martin aus, die sie häufiger anspricht.

„Tussies“ werden ja eher abwertend als weibliche Machos gesehen. Rena Schwarz besingt sie als ordentlich und sauber und stellt dann einige vor. Etwa Dötje von Beste, die in jedem Haushalt Tupper-Produkte auf entsprechenden Partys vorstellt. „Mit 30 Jahre Garantie.“ Vorher fragt sie das Publikum ab, wer denn Tupper zu Hause hat, denn „wer keines hat, hat kein ausgefülltes Liebesleben“.

Dann folgt Dolores Häberle, die einen Beauty-Salon für die totale Runderneuerung leitet, letztlich sogar Imprägnierspray und Formaldehyd verwendet. Zum Brüllen komisch. Sie macht sich Gedanken um Kinder, die es heute schwerer hätten, kaum Datenträger auf Zellulosebasis kennen. Und was die anschauen! Kennen kein Lassie, Flipper, Tarzan oder Daktari mehr.

Rena Schwarz denkt über den Alterungsprozess nach, über Zitronenfalten an zusammengekniffenen Lippen. Eine Bekannte habe sich liften lassen. „Aus der überschüssigen Haut hat sie sich eine Tasche machen lassen.“ Witz, tiefgründiger Humor, Selbstironie, Anspielungen und Provokationen bestimmen das tolle Programm.

Die abgehobene Nachbarin Petra kommt im rosa Hausanzug, erzählt von ihrem Gesundheitsbemühen. Nach ihr ist Politikerin Angelika Schmerkel auf der Bühne im Goldjackett und mit Hand-Raute. Bissig lässt sie sich aus über Immigration, Arbeitslosigkeit und Agenda 2018.

Ganz zum Schluss kommt eine Grande Dame mit Zylinder, Netzstrumpfhose, Frackjacke und hohen Stöckelschuhen: Marlene Dietrich. Sie lässt sogar rote Stoffrosen regnen und verteilt diese charmant an Männer.

Von Ute Bautsch-Ludolfs

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