Frist für Konkretisierung des Neubauprojekts im Herzen Bad Bevensens ist abgelaufen

Stadt prüft Thermenhotel-Pläne

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So sah die erste Studie der Investorengruppe für ein Thermenhotel zwischen Kurhaus und Jod-Sole-Therme aus – zurzeit prüft die Verwaltung die eingereichten Planungsunterlagen.

Bad Bevensen. Zwölf Monate hatte die Investorengruppe um den Uelzener Alexander Thieme Zeit, ein detailliertes Konzept für den Bau eines Thermenhotels zwischen der Jod-Sole-Therme und dem Kurhaus in Bad Bevensen zu erarbeiten.

Hans-Jürgen Kammer

Diese Frist, die im Rahmen eines sogenannten Anhandgabevertrags festgelegt worden war, ist mit dem 31. Dezember 2017 abgelaufen. Wie geht es jetzt weiter? „Die zwischen Weihnachten und Silvester eingereichten Unterlagen zum Thermenhotel werden derzeit ausgewertet und es wird geprüft, ob mit den erhaltenen Unterlagen alle Details des Anhandgabevertrags erfüllt werden“, erklärt Stadtdirektor Hans-Jürgen Kammer dazu auf AZ-Nachfrage.

Bis wann die Prüfung abgeschlossen sein wird, ist offen. Es gebe dazu kein vereinbartes Datum, so Kammer. „Es liegt aber im Interesse der Stadt, dass die Prüfung schnell durchgeführt wird“, betont er.

Unter anderem hatte die Stadt, wie berichtet, gefordert, dass eine Finanzierung des Projekts sichergestellt sein und ein Hotelbetreiber nachgewiesen werden muss. Ohne die Erfüllung dieser Kriterien werde man nämlich das betreffende Grundstück nicht an die Investoren verkaufen, hatte Stadtdirektor Kammer bereits Anfang 2016 festgestellt.

Alexander Thieme

Alexander Thieme berichtet auf AZ-Nachfrage, „eine renommierte Hotelgruppe“ als Betreiber für das Hotel gewonnen zu haben. Deren konzeptionelle Ausrichtung passe „ausgesprochen gut“ zum Kurort, so Thieme. „Die Wirtschaftlichkeit des Hotelprojektes wurde darüber hinaus von einem Wirtschaftsprüfer positiv attestiert und die Finanzierbarkeit von einer renommierten Bank ebenfalls positiv bewertet.“ Die Investorengruppe freue sich daher, „ein professionelles und umsetzungsfähiges Konzept“ vorgelegt und damit die Verpflichtungen aus besagtem Anhandgabevertrag „in vollem Umfang“ erfüllt zu haben. Thieme: „Wir könnten uns gut vorstellen, dass dies die jetzt anstehende positive Beschlussfassung seitens der politischen Gremien erleichtern wird.“

Wie berichtet, hatte Thiemes Investorengruppe in der Vergangenheit eine klare Position von der Stadt Bad Bevensen und vom Landkreis Uelzen beim Gesamtkonzept für die touristische Entwicklung der Kurstadt gefordert und beiden in gewisser Weise den Spiegel vorgehalten. Denn mit einem Hotelbau allein sei es nicht getan, so die Auffassung der potenziellen Investoren. Vor allem die Therme müsse auf Vordermann gebracht werden, so ihre Meinung. Thermen-Gesellschafter sind zu 58 Prozent der Landkreis und zu 42 Prozent die Stadt Bad Bevensen – und die hatten teils verschnupft auf dieses Einfordern eines klaren Signals reagiert.

In verschiedenen Runden – vor allem in nicht öffentlichen – hat sich die Politik mit dem Thema auseinandergesetzt. Allerdings kam es nie zu einer öffentlichen Debatte: Anträge der Bad Bevenser SPD sowie der WBB/FDP-Gruppe, man möge die Zusammenarbeit von Stadtrat, Kreistag und Aufsichtsrat der Bevenser Kurgesellschaft im Sinne einer strategischen Ausrichtung der Therme beschließen, wurden in der Stadtratssitzung am 21. September 2017 von der Tagesordnung gestrichen. Immerhin: Am 16. November 2017 hat der Verwaltungsausschuss der Stadt Bad Bevensen einen „Grundsatzbeschluss für die visionäre Entwicklung der Stadt Bad Bevensen“ gefasst. Im Klartext bedeutet das: Es soll einen erneuten Stadtmarketingprozess geben. Welche Rolle das Thermenhotel dabei spielen wird, ist derzeit noch offen.

Von Ines Bräutigam

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