Pläne im Rahmen der Landesgartenschau

Stadt will die Medinger Mühle kaufen

Die Medinger Mühle
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Die Stadt Bad Bevensen will die Medinger Mühle kaufen. Im Rahmen der Landesgartenschau soll dort ein Projekt zur Umweltpädagogik geschaffen werden.
  • Gerhard Sternitzke
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Die Stadt Bad Bevensen will in der Medinger Mühle ein umweltpädagogisches Projekt im Rahmen der Landesgartenschau ermöglichen. Für gut eine Million Euro soll die Immobilie erworben werden.

Medingen – Die Zeit scheint stehen geblieben zu sein an der Medinger Mühle. Wie eh und je rauscht das Wasser über das Wehr. Die Anlagen haben Rost angesetzt, das Fachwerk ist ausgeblichen. Lange Rohre erinnern an die Zeit, als hier noch die Bauern ihr Getreide ablieferten. Der Weg zwischen Bad Bevensen und Medingen ist ein beliebtes Ausflugsziel. Jetzt soll wieder Leben in den teilweise denkmalgeschützten Gebäudekomplex einziehen: Die Stadt Bad Bevensen will die Immobilie kaufen. Das hat jetzt der Verwaltungsausschuss beschlossen.

„Wir sind schon länger mit dem Besitzer in Verhandlungen“, berichtet Stadtdirektor Martin Feller. Es geht um einen Preis von rund einer Million Euro für das 3,2 Hektar große Grundstück mit Bausubstanz aus der Zeit von 1850 bis 1960 sowie dem Mühlenteich und zugehörigen Wiesen. „Die Mühle ist für uns von wichtiger Bedeutung“, sagt Feller. „Über Jahre war kein Zugriff möglich. Jetzt gibt es die Möglichkeit.“ Einem Kauf muss noch der Stadtrat zustimmen.

Für mich ist das ein Sehnsuchtsort. Es wäre schade, wenn wir ihn nicht entwickeln würden.

Martin Feller, Stadtdirektor

Das Vorhaben hängt auch mit der geplanten Bewerbung zur Landesgartenschau 2026 zusammen. Wie beim ersten Versuch werde die Ilmenau eine wichtige Rolle spielen, erklärt der Stadtdirektor – aber auch die Entwicklung von Schwachpunkten in der Kurstadt. Dazu zählt die Stadt neben dem Gelände des Hamburgischen Krankenhauses auch die Medinger Mühle.

„Die Mühle liegt so zentral. Das ist das Einfallstor nach Medingen. Es ist einer der schönsten Orte Medingens und Bevensens“, sagt Feller. „Für mich ist das ein Sehnsuchtsort. Es wäre schade, wenn wir ihn nicht entwickeln würden.“ Zusammen mit einem Investor könnte die Stadt ein Projekt in Richtung Umweltpädagogik und Tourismus entwickeln. „Es geht darum, die Natur erlebbar zu machen“, umreißt der Stadtdirektor das Themenfeld. Mit einem Investor sei die Stadt bereits im Gespräch. Auch die Einrichtung einer Gastronomie und von Wohnungen ist denkbar.

Platz ist genügend vorhanden. Neben dem großzügigen Müllershaus aus dem 19. Jahrhundert gibt es das alte Mühlengebäude sowie ein neueres, vor dem Ersten Weltkrieg errichtetes Mühlengebäude mit Turm. Hier wurde einst nicht nur Getreide gemahlen, sondern mithilfe von Turbinen soviel Strom erzeugt, das die Mühle ganz Medingen versorgte.

Dieses sogenannte Wasserrecht soll allerdings aufgegeben werden. Das Umweltamt des Landkreises möchte laut Feller, dass hier wieder Fische und Mikroorganismen passieren können. Das vorhandene Wehr ist für sie unüberwindbar.

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