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Land soll millionenschwere Kosten der Probebohrung in Bevensen absichern

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Von: Theresa Brand

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Probebohrung Geothermie
Bei einer ersten Probebohrung wird untersucht, ob überhaupt Wasser in ausreichender Menge vorhanden ist. Auch der Salzgehalt wird geprüft. © Holger Hollemann

Die Stadt Bad Bevensen hat einen Antrag auf Förderung der Probebohrungen für die geplante Geothermie-Anlage gestellt. Die Kosten für die Vorbereitung und die erste Bohrung belaufen sich auf 10,1 Millionen Euro. Diese sollen vom Land Niedersachsen als bedingt rückzahlbarer Zuschuss gezahlt werden.

Bad Bevensen – Die Chancen auf den nächsten Schritt für das Bevenser Geothermie-Projekt scheinen gut zu stehen. In der Sitzung des Stadtrates am Donnerstag erklärt Roland Klewwe, zuständig für die Stabsstelle Geothermie in der Verwaltung, die Stadt habe nun einen Antrag auf Risiko-Absicherung an das Land Niedersachsen gestellt.

Die Pläne für die Geothermie – die Nutzung von Erdwärme – sind schon lange vorhanden (AZ berichtete mehrfach). Bislang war das Land nicht gewillt, die erforderliche Probebohrung zu bezuschussen, doch durch die energiepolitischen Entwicklungen könnte sich dies nun ändern. Formal nennt sich die beantragte Förderungsmaßnahme „bedingt Rückzahlbarer Zuschuss“. Dabei erhält die Stadt die benötigten 10,1 Millionen Euro, die für die vorbereitenden Maßnahmen anfallen. Denn trotz der geologischen Untersuchungen besteht das Risiko, dass die Probebohrung nicht erfolgreich verläuft. Dann wäre die Summe im wahrsten Sinne des Wortes im Boden versickert.

Ohne Absicherung könne die Stadt dieses Risiko nicht tragen, erklärte Klewwe. Erhält die Stadt nun einen rückzahlbaren Zuschuss, übernimmt im Fall einer erfolglosen Bohrung das Land 90 Prozent der Kosten, also gut 9 Millionen Euro. Ist die erste Bohrung hingegen erfolgreich, muss die Stadt die 10,1 Millionen selbst tragen.

Das zweistufige Antragsverfahren ist noch nicht beendet. Zunächst muss die Stadt nach dem nun einstimmig beschlossenen Nachtragshaushalt Unterlagen nachreichen, um den Finanzierungsnachweis zu liefern. Klewwe berichtet ebenfalls, dass es Planungen zur Gründung einer Durchführungsgesellschaft gebe. Darin solle die Stadt die Mehrheitsanteile halten, weiteres Gesellschaftsmitglied sei die Dianaklinik. Die Gesamtkosten für die Geothermie-Anlage würden auf rund 28,5 Millionen Euro geschätzt.

Zusätzlich laufen bereits weitere Vorbereitungen. Es wurde beispielsweise die Aufsuchungserlaubnis beim Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie gestellt.

Wird der Antrag auf Förderung bewilligt, folgen zunächst eine seismische Untersuchung, um die Beschaffenheit des Untergrundes zu untersuchen. An ausgewählter Stelle kann dann eine erste Probebohrung stattfinden. In 3 500 Metern Tiefe soll ein Pumperversuch starten, bei dem untersucht wird, ob Wasser vorhanden ist und die geologischen Gegebenheiten passen. Eine Probeförderung bringt schließlich im Erfolgsfall Wasser an die Oberfläche, das anschließend einer chemischen Prüfung unterzogen wird. Dabei soll unter anderem der Salzgehalt festgestellt werden – denn ist das Wasser zu salzig, ist es möglicherweise nicht geeignet.

Zeitlich legt sich die Stadt Bad Bevensen nicht fest, denn noch ist der Förderantrag nicht bewilligt. Danach erfolgen die entsprechenden Ausschreibungen, sodass sich Stadtdirektor Martin Feller auf Nachfrage der AZ nur vorsichtig äußert: „Wenn alles optimal verläuft, kann frühestens 2024 mit der Bohrung begonnen werden.“

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