Verein Kulturstation Bad Bevensen feiert Premiere der Freiluftausstellung „Kunst am Bauer“

„Spuren“-Suche auf freiem Feld

Entdeckungen bei der Kunst am Bauer auf einem Feld am Schweizerhof. Eine Besucherin ist zum „Tiefsitz“ von Andrea Stopford heruntergeklettert und liest eine der dort hinterlassenen Karten.

Bad Bevensen. Lust auf Kunst – und frische Landluft? Auf dem Schweizerhof in Bad Bevensen stellen über 30 Künstler aus der Region noch bis zum 16. September ihre neuesten Arbeiten, Skulpturen und Objekte zum Thema „Spuren“ auf einem knapp vier Hektar großen, abgeernteten Getreideacker aus.

Die „Kunst am Bauer“ knüpft an die Landschaftskunstveranstaltungen an, die 1994 mit einem einzigen Exponat, dem „Monument für die Wale“ begannen und dann bis 2002 Jahr für Jahr tausende Besucher auf das Feld lockte. „Die Idee dahinter war und ist auch, dem Menschen die Achtung vor der Natur nahezubringen“, erklärt Bio-Landwirt und Gründer des Bevenser Kulturvereins Martin Feller.

Nach langer Pause nun also Kunst am Bauer – eine professionell organisierte, sorgfältig kuratierte und von der Niedersächsischen Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultur geförderte Ausstellung, die bei der Finissage am 16. September sogar einen gleichnamigen Preis für ein Werk verleiht, das dauerhaft auf dem Schweizerhof stehen bleiben soll.

Mareile Gotza und Hanna Bentlage mit ihrer spiralförmigen Installation „Lebensspuren“ aus roten Fahnen.

Zwei Anwärterinnen darauf sind sicher Mareile Gotza und Hanna Bentlage aus Wettenbostel und Lüneburg, deren Installation „Lebenspuren“, eine spiralförmige und raumgreifende Anordnung von roten Fahnen, die den „sehr sinnlichen und sehr kraftvollen Akt einer Transformation“ symbolisieren soll. Wobei das Rot der Banner die unterschiedlichsten Assoziationen beim Betrachter auslöst: „Das reicht von Liebe über Asien bis Krieg“, berichtet Bentlage, deren Begeisterung für den Verhüllungskünstler Christo hier unübersehbar ist.

Hendrik Hinrichs aus Hohenweddrien mit seiner hölzernen „Drehtür“: So schafft er Spuren, die sogleich wieder verwischt werden.

Ein weiterer Publikums-Favorit für den Ersten Kunst-am-Bauer Preis ist Hendrik Hinrichs mit seiner hölzernen „Drehtür“ gleich am Anfang des Kunst-Ackers: „Ich wollte eine Situation erschaffen, in der man Spuren schafft, sogleich wieder verwischt und neu erzeugt“, sagt der Drechsler und Metallkünstler aus Hohenweddrien, der eigentlich auf den Bau von Holzschalen und Möbeln spezialisiert ist. „Das kann in Beziehungen sein, im Internet oder wo auch immer.“

Einen besonderen Tipp hat Martin Feller parat, der auch Bürgermeister von Bad Bevensen ist: „Kommen Sie doch mal abends, vielleicht mit einem Glas Wein hier vorbei und beobachten den Sonnenuntergang – es ist einfach herrlich.“

Von Marcus Kieppe

Eröffnung der Landschaftskunstausstellung "KUNST AM BAUer" in Bad Bevensen

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