Kulturstation Bad Bevensen plant Landschaftskunstausstellung / Künstler können sich bewerben

„Spuren“ auf dem Acker

+
Für die Präsentation stellen sie sich gestern Morgen auch mal in Wind und Schnee vor den Acker, der Kulisse für das Kunstprojekt sein wird: Kuratorin Beate Ahlborn, Martin Feller, Katja Schäfer-Andrae, Siegfried Tippel (v.l.) und Schweizerhof-Hund Hardy. 

Bad Bevensen. „Vergänglichkeit und Utopie“, „Wasser“ oder auch „KunstWald“ – diese Namen trugen die Ausstellungen unter freiem Himmel, die der Kulturverein Schweizerhof in Bad Bevensen zwischen den Jahren 1996 und 2001 organisiert hatte.

Den Verein gibt es inzwischen nicht mehr, er ist in der Kulturstation Bad Bevensen aufgegangen. Doch in diesem Sommer soll an die Aktivitäten von damals angeknüpft werden: Die Kulturstation, und vorneweg ihre Vorsitzende Katja Schäfer-Andrae, präsentiert vom 1. bis 16. September wieder eine Landschaftskunstausstellung. Natürlich, wie früher, auf einem Acker des Schweizerhofs. Dieses Mal lautet das Thema „Spuren“.

„Wir greifen mit der Ausstellung die alte Tradition der Schweizerhof-Veranstaltungen wieder auf“, sagt Katja Schäfer-Andrae. Unterstützung erhält sie dabei nicht nur von Martin Feller, dem Kulturvereinsvorsitzenden von damals und Eigentümer des Schweizerhofs, sondern vor allem auch von der Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultur – kurz: LAGS. Ihre Aufgabe ist es unter anderem, Rahmenbedingungen für kulturelle Vielfalt in Niedersachsen zu verbessern. Das soll auch mit dem „Spuren“-Projekt in Bad Bevensen geschehen, weswegen die LAGS selbiges mit 26 000 Euro fördert.

Auch der Bevenser Unternehmer Siegfried Tippel macht sich für diese besondere Art der Kunst, in deren Fokus die Beteiligung von Menschen jedweden sozialen Hintergrunds steht, stark. Für das beste Kunstobjekt der „Spuren“-Ausstellung, das ein Kuratorium auswählen wird, stellt er 1000 Euro für den ersten „Kunst am BAUer“-Preis zur Verfügung. Auch die VGH-Stiftung unterstützt das Ausstellungsprojekt.

„Beim soziokulturellen Ansatz geht es darum, Menschen einzubeziehen und Begegnungen zu schaffen“, sagt Katja Schäfer-Andrae. Und genau das soll im Sommer geschehen. In zwei Workshops werden Teilnehmer an das Thema herangeführt. Unter anderem engagieren sich hier regionale Künstler wie die Weberin Uschi Schwierske, aber auch Medingens Äbtissin Dr. Kristin Püttmann ist mit im Boot, ebenso wie Studenten der Leuphana in Lüneburg und die Seedorfer Dorfgemeinschaft.

„Bei den früheren Ausstellungen hatten wir bis zu 40 und 50 Aussteller“, erinnert sich Martin Feller. Ob man an diese Zahlen anknüpfen kann, sei ungewiss, sagt Katja Schäfer-Andrae. Aber darum gehe es auch gar nicht. „Wir wollen eine qualifizierte Ausstellung, und manchmal ist weniger ja auch mehr.“ Bewerben können sich professionelle Künstler und Künstlergruppen genauso wie nichtprofessionelle Künstler. Letztere müssen nicht fürchten, den Ansprüchen nicht gewachsen zu sein – das Kuratorium ist mit Experten aus verschiedenen Fachrichtungen besetzt, sodass die Kunstobjekte unter ebenso verschiedenen Aspekten bewertet werden.

Ganz wichtig: Die Kunstwerke sollen aus Materialien gefertigt sein, die keine Belastung für den Acker darstellen. „Nach der Ausstellung sollen die Objekte spur-los verschwunden sein“, schlägt Katja Schäfer-Andrae einen Bogen zum Ausstellungsmotto. Allein das prämierte Siegerobjekt bleibt stehen. Und nächstes Jahr soll ein zweites hinzu kommen. Denn die diesjährige Kunstausstellung in der Landschaft soll eine Initialzündung sein für weitere Projekte der Soziokultur und wird 2019 gewiss wiederholt.

Von Ines Bräutigam

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare