Kritik an zerfahrenen Waldwegen / Förster: Bewirtschaftung hat Vorrang

Bad Bevensen: Spaziergang endet im Matsch

Zerfahrener Waldweg in der Bevenser Amtsheide. Leserin Monika Schütze kritisiert die Zerstörung von Spazierwegen. Förster Holger Meyer betont, dass die Waldwege in erster Linie der Bewirtschaftung dienen.
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Zerfahrener Waldweg in der Bevenser Amtsheide. Leserin Monika Schütze kritisiert die Zerstörung von Spazierwegen. Förster Holger Meyer betont, dass die Waldwege in erster Linie der Bewirtschaftung dienen. Foto: sternitzke

Bad Bevensen – Mitten im Wald ist der erholsame Spaziergang vorbei. Bevor Monika Schütze und ihre Gäste die Sängershöh, das malerische Hochufer über der Ilmenau, erreichen, kämpfen sie sich durch den Matsch.

Die großen Reifen der Forstmaschinen haben sich tief in die Fahrspur eingegraben. An einigen Stellen ist der Weg in der Bevenser Amtsheide wie umgepflügt.

„Da ist ein Riesen-Schaden entstanden. Meine Gäste waren sprachlos“, beklagt Monika Schütze. „Man kann nicht mehr spazieren gehen.“ Sie kritisiert, dass die Fällarbeiten von den Landesforsten in der nassen Jahreszeit durchgeführt wurden. Schließlich nutzten Bevensen-Besucher nicht nur den Kurpark, sondern auch die umliegende Natur zur Erholung. „Die vergraulen die Gäste“, kritisiert die 60-jährige Bevenserin.

In der Fläche am Hellkuhlenweg wurden 60 bis 70 Jahre alte Kiefern gefällt und ein kleines Moor freigeschlagen, berichtet der zuständige Medinger Revierförster Holger Meyer. „Es handelt sich um eine normale forstwirtschaftliche Maßnahme. Die Erholung ist da nicht beeinträchtigt.“ Bei diesen Arbeiten habe man schon versucht, die Schäden zu begrenzen. „Wir haben beim Rücken der geschlagenen Stämme darauf geachtet, die Hauptwege nicht zu befahren“, betont der Revierförster. Genutzt wurden vor allem die sogenannten Rückegassen, die in den Wald geschlagen wurden. Das Holz müsse aber an die Wege geschafft werden, damit es mit Lkw abgefahren werden kann. Wenn der Boden im Frühjahr wieder trocken sei, werden die ausgefahrenen Wege wieder mit einer Schleppe geglättet, kündigt Meyer an.

Allerdings stellt er auch klar: „In erster Linie dienen die Wege der Waldbewirtschaftung, in zweiter Linie auch der Erholung. Das ist keine Fortsetzung des Kurparks.“ Dabei sei es normal, dass ein Waldweg mal etwas beansprucht werde. „Das bedeutet, dass man mal entsprechendes Schuhwerk anziehen muss“, rät Meyer.

Insgesamt seien die Waldwege in Medingen und Bevensen aber in einem „ordentlichen“ Zustand. „Wir achten auch darauf, dass der Wald für Erholungssuchende geeignet ist“, sagt Meyer. „Und wir investieren einiges in die Wege, dass Erholungssuchende und die Forstwirtschaft sie nutzen können.“ Unter anderem seien in diesem Jahr Wege im Rießel verbessert worden, auch im Hellkuhlenweg seien nasse Stellen befestigt worden.

VON GERHARD STERNITZKE

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