In leerstehende Immobilie zieht wieder Leben ein

Sparkasse Wriedel wird zum Gemeindebüro

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Die ehemalige Sparkassen-Filiale in Wriedel wird neues Gemeindebüro.

Bad Bevensen – Es war kein schöner Anblick, die leerstehende Sparkassen-Filiale in Wriedel. Jetzt kehrt wieder Leben ein in die Immobilie: Das Gemeindebüro zieht hier ein.

An den 4. September 2014 kann sich Jörg Peter noch genau erinnern. Morgens in aller Frühe gab es nebenan einen Knall. Er lief rüber zur Sparkasse, um den Bewohner im Obergeschoss zu wecken. Eine Bande hatte versucht, den Geldautomaten mit Gas aufzusprengen (AZ berichtete). Doch an die Scheine kam sie nicht heran. Inzwischen ist das Kreditinstitut geschlossen. Ein neuer Mieter fand sich bislang nicht. Nun soll das Gemeindebüro hier einziehen.

Peter geht in die Knie, um die Glastür aufzuschließen. Wo der Geldautomat war, ist die Aussparung in der Wand jetzt geschlossen, dahinter befindet sich zukünftig die Besenkammer. Auch von den beiden Tresoren ist nicht mehr geblieben, als zwei Lücken im Teppichboden.

Mit einem Schlüssel setzt der Bürgermeister die Glaselemente der ehemaligen Sparkassenfiliale in Bewegung. Hier ist Platz für die Schreibtische der Gemeindesekretärin und des Bürgermeisters. Im Tresorraum sollen die Ausschüsse des Gemeinderats tagen.

Bürgermeister Jörg Peter: „Wir sind sehr glücklich über diese Lösung.“ 

„Ich bin froh, dass wir diese Räumlichkeiten gefunden haben. Die Liegenschaft eignet sich perfekt. Sie liegt zentral und ist barrierefrei. Dann ist hier auch wieder Leben drin“, fasst Peter die Vorteile zusammen. Auf 100 Quadratmetern ist auch noch Raum für einen kleinen Sozialraum mit Teeküche. Und im Keller kommt das Archiv unter. Gemeinde und Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf teilen sich die Miete. Vom 25. Februar bis zum 1. März ist das Gemeindebüro eine Woche lang für den Umzug geschlossen. Am 4. März öffnet es dann in der ehemaligen Sparkasse in der Hauptstraße 19.

„Wir sind sehr glücklich über diese Lösung“, sagt Peter, denn in der Grundschule ist kein Platz mehr fürs Gemeindebüro. Im Rahmen der Ganztagsschule ab dem Schuljahr 2020/21 wird eine Mensa eingerichtet. Dafür werden ein Klassenraum und das Gemeindebüro gebraucht. Aber auch der Umzug in die ehemalige Lehrerwohnung hat sich zerschlagen, denn hier soll eine zusätzliche Kindergartengruppe unterkommen.

Ursache ist die Steigerung der Anmeldezahlen im DRK-Kindergarten Spatzennest (AZ berichtete), ausgelöst durch die Beitragsfreiheit sowie die Flexibilisierung der Einschulungstermine. „Das hat zu einer Explosion der Anmeldungen geführt“, erklärt Peter. „Darauf waren wir nicht gefasst.“ Ein Anbau, auf dem Grundstück des Spatzennests geplant, war nicht zu realisieren.

150.000 Euro sind für den Umbau eingeplant. Die Gemeinde wartet auf die Genehmigung. Unter anderem sind noch Fragen des Brandschutzes zu klären, berichtet Peter. „Unser Ziel ist immer noch, im Frühjahr zu beginnen.“

VON GERHARD STERNITZKE

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