Bauausschuss empfiehlt

Sonnenstrom vom Bevenser Kurhaus-Dach

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Vom Kurhaus-Dach mit den Fensterkuppeln geht der Blick zur Diana-Klinik. Hier sollen Photovoltaikmodule Sonnenstrom erzeugen und damit die Therme und Stromladesäulen versorgen. 

Bad Bevensen – Auf dem Kurhaus-Dach will die Stadt Bad Bevensen Strom erzeugen. Das hat jedenfalls der Bauausschuss empfohlen. Der Sonnenstrom könnte in der Jod-Sole-Therme und an Stromladesäulen genutzt werden.

Diese Tür ist für Besucher des Kurhauses verschlossen. Dahinter ein fensterloser Technikraum. Eine Pumpe surrt. Eine Betontreppe führt in die Höhe. Dann wieder eine Tür, eine schwere aus Metall. Ein Schritt über die Schwelle, und man steht auf dem Dach des Kurhauses. Steinkiesel, über die eine Reihe von Trittsteinen führt, Dachfenster, die hohe Brüstung aus Holzlatten. Darüber die oberen Geschosse der Diana-Klinik. Die Pläne für eine Dachterrasse haben sich zerschlagen. Nun soll das Dach Strom erzeugen.

Andreas Bersiel, SPD-Ratsherr

Den Antrag für Photovoltaikanlagen hat schon 2015 die SPD gestellt. Ratsherr Andreas Bersiel erinnerte jüngst im Bauausschuss an das Klimaschutzkonzept der Kurstadt. Und daran, dass Bad Bevensen an der Jod-Sole-Therme beteiligt ist. „Unsere Therme würde mit CO2-neutralem Strom versorgt“, stellt sich Bersiel vor. Der Ausschuss empfahl die Sonnenstrom-Erzeugung einstimmig, allerdings frühestens 2020. Bis dahin könnte die Verwaltung die Kosten ermitteln und Gelder im Haushalt vorsehen.

Nur ein Teil des Kurhaus-Daches ist tragfähig. „Die Module haben ein erhebliches Gewicht“, erläutert Bauamtsleiter Roland Klewwe beim Ortstermin unter freiem Himmel. Und von den 800 Quadratmetern Dachfläche des niedrigeren Gebäudeteils über dem Foyer und den kleineren Räumen bleibt nach Aussparung der Fensterkuppeln und Lüftungsrohre noch die Hälfte. Die Solarmodule werden schräg auf Metallgestellen montiert, damit sie möglichst viel Sonnenenergie einsammeln, und zusätzlich mit Betonplatten beschwert, um sie gegen Sturm zu sichern. Lehrrohre für die Stromkabel sind bereits in der Dachkonstruktion vorhanden.

Den Strom wird die Kurstadt vermutlich selbst verbrauchen. „Es rechnet sich eigentlich nur der Eigenverbrauch. Die Einspeisung ins öffentliche Netz ist unwirtschaftlich“, sagt Klewwe. Und der Stromverbrauch der Therme ist nicht unerheblich. Zudem könnten Elektroladesäulen am Kurhaus-Parkplatz mit der Energie vom Dach gespeist werden. „Beim Kurhaus kann man davon ausgehen, dass sich Konzertbesucher ein paar Stunden aufhalten“, erläutert Klewwe.

In der zweiten Jahreshälfte 2020 könnten die Anlagen auf dem Kurhaus-Dach montiert werden.

VON GERHARD STERNITZKE

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