Kita-Anbau in Bad Bevensen: Finanzierungsdebatte geht in nächste Runde

Nun soll der Bauausschuss ran

+
Als im Sommer 2015 die Container am Bad Bevenser Kindergarten „einflogen“, um die Raumnot zu mildern, ahnte noch niemand etwas vom Hin und Her bei den Planungen für einen endgültigen Erweiterungsanbau.

Bad Bevensen. Der Bauausschuss der Stadt Bad Bevensen soll in seiner nächsten Sitzung prüfen, ob der geplante Anbau am Kindergarten an der Röntgenstraße tatsächlich rund 200 000 Euro teurer werden muss.

Diese Empfehlung gaben einstimmig die Mitglieder des Ausschusses für Familie, Jugend und Sport am Donnerstagabend ab. Wie berichtet, hatte der Stadtrat im Dezember 2016 eine Entscheidung über die Übernahme der Kosten vertagt, nachdem die zunächst veranschlagte Summe von 980 000 auf 1,2 Millionen Euro gestiegen war.

Die Architekten Carola Gräflich und Marcel Monard aus Lüder stellten am Donnerstag ausführlich die Planungen vor und erläuterten Gründe der Kostensteigerung – unter anderem wegen des Erhalts von Bäumen und des Ausgleichs von Höhenunterschieden auf dem Gelände. Die Ausschussmitglieder sehen dennoch Einsparpotenzial: Es sei fraglich, so der Tenor, ob der Turm des Kindergartens für rund 40 000 Euro ertüchtigt werden müsse, um am Ende einen 15 Quadratmeter großen Raum zur Verfügung zu haben, der nur eingeschränkt nutzbar sein werde.

Die Ausschussvorsitzende Corina Großmann (WBB) bedauerte gestern im AZ-Gespräch, dass es zu dem vorliegenden Entwurf, der freilich „gut durchdacht“ sei, keine Alternative gebe. Aus diesem Grund werde die WBB/FDP-Gruppe auch den Antrag stellen, einen Anbau in Modulbauweise zu prüfen. Vergleichbar mit dem Erweiterungsbau an der Kooperativen Gesamtschule (KGS), so Großmann. „Der wäre vielleicht ein bisschen weniger hübsch“, sagt sie, „aber die KGS ist damit auch nicht schlecht gefahren.“ Außerdem wäre er in kurzer Bauzeit zu realisieren.

Der Bauausschuss der Stadt soll nun schnellstmöglich zusammenkommen, um den Zeitplan nicht weiter in die Länge zu ziehen. Dorothee Drewes, stellvertretende Leiterin des Kirchenkreisamts Uelzen, erklärt allerdings, dass die Planungen nach wie vor auf Eis lägen, so lange es keine Finanzierungszusage der Stadt gebe. Eigentlich hätte noch im Januar der Bauantrag gestellt werden sollen.

Das letzte Wort über die Kostenübernahme hat der Stadtrat. Und der tagt Anfang März. Drewes rechnet daher auf keinen Fall mehr mit einer Fertigstellung des Anbaus in diesem Jahr, sondern frühestens Mitte 2018.

Von Ines Bräutigam

-----

Wer betreibt und wer bezahlt?

Der evangelisch-lutherische Kindergarten in Bad Bevensen wird vom Kindertagesstättenverband des Kirchenkreises Uelzen betrieben. Die Stadt Bad Bevensen gleicht entstehende Kosten über den sogenannten Betriebskostenzuschuss aus. Auch den Anbau hätte eigentlich die Kirche vorfinanzieren sollen. Da die Stadt jedoch günstigere Darlehenskonditionen erhält, übernimmt sie in diesem Fall von Anfang an die Finanzierung. Bei einer Bausumme von 1,2 Millionen Euro könnte sie voraussichtlich mit etwa 300 000 Euro Zuschüssen rechnen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare