80 Feuerwehrleute löschen Dachstuhlbrand im Getreidelager Altenmedingen der VSE

Silobrand in Altenmedingen löst Großeinsatz aus

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Altenmedingen. Verkohlte Balken, zersplitterte Dachpfannen auf dem Boden und Schaum, der die Wände des Getreidespeichers herunterläuft. 80 Feuerwehrleute und 15 Rettungskräfte des DRK rücken gestern gegen 11.30 Uhr zu einem Großeinsatz nach Altenmedingen aus.

Der Dachstuhl des Getreidesilos I der Vereinigten Saatzuchten Ebstorf-Rosche (VSE) steht in Flammen.

„Aus noch unbekannten Gründen kam es zu einem Schwelbrand beim Getreide, der einen Dachstuhlbrand auslöste“, erklärt Matthias Wedel, Einsatzleiter und Ortsbrandmeister von Bad Bevensen. Der Dachstuhlbrand selbst ist schnell durch Einsatz der Drehleiter und Atemschutzträger gegen 13 Uhr gelöscht. Hauptgefahr ist während des Löscheinsatzes eine mögliche Verpuffung, die durch den Getreidestaub ausgelöst werden kann. Eine weitere Gefahr sind herabfallende Teile wie Dachpfannen des einsturzgefährdeten Dachstuhls, berichtet Ortsbrandmeister Wedel.

„Das Löschen des Dachstuhls war der einfache Teil, Schwierigkeiten bereitet das glühende Getreide im Silo“, sagt Wedel. Denn das Silo, in dem rund 100 Tonnen Getreide lagern, ist in 16 jeweils 25 Tonnen fassende Zellen unterteilt, erklärt VSE-Standortleiter Jens Grützmacher. Also marschieren zunächst Atemschutzgeräteträger mit Wärmebildkamera in das Silo und spüren die Brandnester auf. „Die Kameras helfen ungemein bei der Arbeit“, erklärt Philipp Schulze, Pressewart der Feuerwehr. Ohne ihre Hilfe ist es schwierig, Brandnester bei einem Schwelbrand zu finden. Außerdem erhält die Einsatzleitung so ein genaues Bild der Lage und kann ihr weiteres Vorgehen planen.

Zwei bis drei Tonnen glühendes Getreide lassen die Einsatzkräfte langsam durch den Ablauf ab und bringen das glühende Getreide mit der Schubkarre auf den Hof. Ein Geruch schwerer süßlich-malzig-rauchiger Geruch hängt in der Luft. Diese Arbeit zieht sich bis etwa 16 Uhr hin. Die Höhe des Schadens ist noch nicht zu beziffern. Der Dachstuhl ist stark in Mitleidenschaft gezogen, aber die Zellen sind noch intakt. Er gehe von einen technischen Defekt als Brandursache aus, sagt Grützmacher.

An den Löscharbeiten waren die Feuerwehren Altenmedingen, Bad Bevensen, Eddelstorf, Aljarn, Secklendorf und Römstedt beteiligt. Zur Koordinierung des Einsatzes kam aus Uelzen der Einsatzleitwagen II. Auch die Schnelle Einsatzleitgruppe des DRK war vor Ort.

Von Lars Lohmann

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