Autobahn am Horizont

So sieht die A 39 aus: Landesstraßenbaubehörde stellt Abschnitt Bad Bevensen-Uelzen vor

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Anhand von Visualisierungen zeigt die Landesstraßenbaubehörde, wie der Autobahnbau die Landschaft zwischen Groß Hesebeck (rechts der Sportplatz) und Röbbel verändert.

Bad Bevensen. 16 Kilometer Asphalt, drei Auffahrten, eine Tank- und Rastanlage – das sind die Eckdaten für den dritten von sieben Bauabschnitten der A 39.

Die Pläne für die Fernstraße zwischen Bad Bevensen und Uelzen stellte die Landesstraßenbaubehörde Lüneburg am Dienstagabend den Bürgern bei einem Infomarkt im Bevenser Kurhaus vor.

Eine Straße endet im Nirgendwo. Da, wo sich anstelle des Asphalts eine Wiese mit Mohnblumen ausdehnt, erinnert nur die Reihe der Alleebäume an den ehemaligen Verlauf der Verbindung Groß Hesebeck-Röbbel. Zwischen ihnen verläuft einmal die Autobahn 39, erkennbar am grünen Band einer Lärmschutzwand im Hintergrund. Über eine Brücke geht’s ins Nachbardorf. Beim Infomarkt der Landesstraßenbaubehörde Lüneburg zum dritten Bauabschnitt Bad Bevensen-Uelzen konnten sich die Bürger gestern im Bevenser Kurhaus erstmals anhand von Visualisierungen ein Bild machen, wie der Autobahnbau ihre Umwelt exemplarisch an diesem neuralgischen Punkt verändern wird.

Die Straße zwischen Groß Hesebeck und Röbbel endet im Nichts. Im Hintergrund die A 39, eine Brücke verbindet die Dörfer. Mit der Visualisierung will die Landesstraßenbaubehörde die Planung anschaulich machen.
Chefplanerin Annette Padberg erklärt im Bevenser Kurhaus die Pläne für den dritten Abschnitt der A 39.

„Wir haben diese Darstellung gewählt, weil wir oft hören, dass die Planung schwer nachvollziehbar ist“, erklärt Chefplanerin und stellvertretende Behördenchefin Annette Padberg. „So kann es sich der Bürger besser vorstellen.“ Zwischen den beiden Dörfern auf Bevenser Stadtgebiet kommt die geplante Autobahn den Siedlungen, vor allem Groß Hesebeck, besonders nahe, und hier kreuzt sie zugleich das Naturschutzgebiet Röbbelbach.

Auf den Vorher-Nachher-Bildern erscheint die Autobahn eher in den Hintergrund gerückt. Eine Fußballmannschaft trägt gerade ein Spiel aus. Wie laut wird es im Dorf? „Wir haben im Westen Lärmschutz angeordnet“, berichtet Annette Padberg. Er wird auf 835 Metern Länge teils als Wall, teils als vier Meter hohe Wand ausgeführt. 560 Meter Wall gibt es für ein einzelnes Haus in Röbbel. Damit, so Lärmexperte Volker Meyer, werden die Grenzwerte für die Lautstärke in der Nacht eingehalten. „49 Dezibel A bedeutet eine normale Unterhaltung“, verdeutlicht er. Zehn Dezibel mehr entsprechen einer Verdoppelung. Drei Häuser, für die er leichte Überschreitungen errechnet hat, würden Lärmschutzfenster erhalten. Einen 455 Meter langen Lärmschutzwall soll auch Oetzen erhalten. Alle übrigen Orte sind – bis auf ein weiteres Einzelhaus bei Gollern, das ebenfalls mit einem kurzen Wall geschützt wird – außerhalb der Grenzwerte. „Der Lärm ist vom Wetter abhängig“, erläutert Meyer weiter. Zugrundegelegt wurden jedoch jeweils die ungünstigsten Werte.

Brücken über die Autobahn erhält auch die Natur. Insgesamt drei Wildbrücken sollen die zerschnittenen Verbindungen wiederherstellen, so Annette Padberg. In Gollern etwa ist eine Kinderstube der Großen Bartfledermaus bekannt, deren Flugroute von der Trasse gekreutzt wird. Deshalb ist hier eine Brücke mit Gehölzen vorgesehen, berichtet Holger Runge von der Planungsgruppe Natur. „Sonst besteht die Gefahr, dass die Fledermäuse zu niedrig fliegen und an den Scheiben von Lkws enden.“ Drei solche Wildbrücken sind auf dem Abschnitt geplant, die beiden anderen bei Römstedt sowie zwischen Oetzen und Oetzendorf.

Viel Aufwand auch an den Gewässern, an denen sich der Fischotter heimisch fühlt. Das Röbbelbachtal wird auf einer Länge von 218 Metern auf Stützen überbrückt, für die Wipperau bei Riestedt gibt es noch einmal eine Talbrücke von 139 Metern Länge.

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