25 Jahre Grüne Damen an der Diana Klinik: Feierstunde und Andacht mit großer Anerkennung

„Sie geben etwas sehr Kostbares“

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Hannelore von Schlotheim ist seit 25 Jahren eine Grüne Dame – dafür wurde sie von Propst Jörg Hagen mit dem goldenen Kronenkreuz der Diakonie ausgezeichnet. 

Bad Bevensen. Ohne Ralf Kölling wären sie gestern alle gar nicht da gewesen. Denn der damalige Bevenser Pastor war es, der 1992 den Kreis der Grünen Damen am Hamburgischen Krankenhaus ins Leben gerufen hatte.

Und so saß Kölling gestern Vormittag inmitten einer bunten Gästeschar in der Diana Klinik, um ein Jubiläum zu feiern: Seit nunmehr 25 Jahren kümmern sich nämlich die Grünen Damen um Wohl und Wehe der Patienten des Hauses. Ehrenamtlich, wohlbemerkt.

Detlef Bätz, Geschäftsführer der Diana Klinik, würdigte diese Initiative, die dem Haus einen so hohen Nutzen bringe. „Sie geben etwas sehr Kostbares, rar Gewordenes“, dankte er den derzeit 17 Grünen Damen. Und dieses Kostbare sei: Zeit. Denn der Personaleinsatz in Kliniken habe seine Grenzen. Grenzen, die durch die engagierten Damen, ihre Zugewandtheit und Nächstenliebe verschoben würden.

Auch Bad Bevensens Bürgermeisterin Susanne Lühr-Peschke war voll des Lobes und sprach im Namen des Stadtrats ihre Hochachtung aus. Denn die Genesung eines Menschen finde nicht nur rein körperlich statt. „Sie kümmern sich um die Seele des Menschen“, dankte sie den Grünen Damen. Deren Einsatz sei von unbezahlbarem Wert, denn schon für manch Gesunden sei es manchmal schwierig, den Glauben nicht zu verlieren oder wiederzufinden.

Würdigende, aber auch grundsätzlich mahnende Worte schlug die Landesbeauftragte der evangelischen Kranken- und Alten-Hilfe (eKH) für Niedersachsen und Bremen, Susanne Zschätzsche, an. „Ehrenamtliche Arbeit darf nicht geleistet werden, um Kosten zu sparen, sondern sie muss zusätzlich sein“, betonte sie, wohlwissend, dass es sich hier manchmal um „eine schwierige Gratwanderung“ handele. Den Bevenser Damen wünschte sie auch künftig „an der richtigen Stelle das richtige Wort oder ein angemessenes Schweigen“.

Hannelore von Schlotheim berichtete, dass sie 1978/79 bei einem eigenen Krankenhausaufenthalt erstmals in Kontakt mit einer Grünen Dame gekommen sei. Als man sie viele Jahre später fragte, ob sie sich in Bad Bevensen als eine eben solche einbringen wolle, habe sie spontan zugesagt. Die Anfänge im Hamburgischen Krankenhaus, das 2003 geschlossen wurde, seien teils beschwerlich gewesen, erinnerte von Schlotheim. Inzwischen hätten sich die äußeren Bedingungen gut entwickelt. „Aber eines ist geblieben: Der liebevolle Blick auf den Patienten.“

Für eben diesen Blick ehrte Uelzens Propst Jörg Hagen Hannelore von Schlotheim und ihre Kollegin Heidrun Meyer. Er verlieh von Schlotheim für ihre 25-jährige Tätigkeit als Grüne Dame das goldene Kronenkreuz der Diakonie und Meyer für 20 Jahre die silberne Ausführung desselben.

Bereits am Morgen hatte Klinikseelsorgerin Birgit Hagen in der Medinger Klosterkirche eine Andacht für die Grünen Damen gehalten. Wie wichtig das Wahrnehmen des Menschen mit Augen und Ohren, das Zuhören, Reden, aber auch mal das Schweigen sei, betonte sie da. All diese Fähigkeiten bringen die Grünen Damen mit. Doch Hannelore von Schlotheim erweiterte den Blick auf die Dinge: In all den Jahren sei sie nicht nur immer die Gebende gewesen, sondern auch selbst beschenkt worden. Durch die Dankbarkeit der Menschen. „Solche Erlebnisse“, sagte sie, „wünsche ich uns allen ab und zu.“

Von Ines Bräutigam

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Hintergrund

Grüne Damen... 

...sind professionell arbeitende Laien, die ehrenamtlich Wünsche von Patienten in Krankenhäusern und Bewohnern von Altenheimen erfüllen. Anliegen ist es, sich Zeit zu nehmen für das Wohlbefinden dieser Menschen und Dinge zu tun, zu denen die hauptamtlichen Mitarbeiter nicht die nötige Zeit und Ruhe haben. Seit über 40 Jahren besuchen bundesweit 11 000 Grüne Damen und Herren kranke und hilfebedürftige Menschen in mehr als 700 Krankenhäusern und Altenhilfe-Einrichtungen. Sie bilden zusammen die Evangelische Kranken- und Alten-Hilfe e.V. – kurz „eKH“

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