„Wir kriegen alles verkauft“

RTL-Serie: Die Schwestern Gina und Patrizia Steinforth sind „Retourenprofis“

Gina und Patrizia Steinforth tragen Kisten mit Artikeln.
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Gina und Patrizia Steinforth (von links) müssen in zwei Wochen eine ganze Palette mit verschiedenen Artikeln verkaufen. Die beiden Bevenser Geschäftsfrauen sind jetzt in der neuen RTL-Serie „Die Retourenprofis“ zu sehen.

Eine große Palette blockiert den Hausflur in Bad Bevensen. In den Kartons: Elektrogeräte, Haushaltswaren, Babyausstattung – alles Artikel, die von Kunden im Onlinehandel bereits einmal zurückgeschickt wurden. Zwei Wochen Zeit haben Gina und Patrizia Steinforth, um die Ware an den Mann oder die Frau zu bringen. Wie erfolgreich die beiden Schwestern dabei sind, zeigt die neue RTL-Serie „Die Retourenprofis“.

Bad Bevensen – Der Onlinehandel boomt. Die Schattenseite: Jedes Jahr werden in Deutschland 500 Millionen Artikel zurückgeschickt. Was wird aus diesen Retouren, die nicht mehr als reguläre Neuware verkauft werden können? Werden sie, wie vielfach kritisiert, einfach geshreddert? Der Privatsender RTL macht aus der Frage nach der Nachhaltigkeit die neue Reality-TV-Show. Händlerpaare treten ab dem 16. November täglich um 15.45 Uhr in einem Wettbewerb gegeneinander an. Es geht darum, wer die gelieferten Waren am gewinnbringendsten versilbert.

Für die beiden Schwestern kein Problem: „Wir sind Händler durch und durch. Ich bin seit meinem 19. Lebensjahr selbstständig“, sagt Patrizia Steinforth. Schmuckhandel, Messebetrieb, Flohmärkte – die 45-Jährige hat in ihrem Leben schon alles gemacht. „Ich bin auf dem Flohmarkt aufgewachsen“, erzählt ihre 20 Jahre jüngere Schwester Gina.

Ware einkaufen und mit Gewinn verkaufen, das ist ihnen in Fleisch und Blut übergegangen. Um die Preise zu taxieren, orientieren sie sich auf den einschlägigen Verkaufsplattformen im Internet. Am Ende zählt das Gespür. „Wir kriegen alles verkauft“, meint Gina Steinforth. „Wenn du daran glaubst, funktioniert es.“

In der Kurstadt betreiben die beiden Schwestern, die in Scharnebeck bei Lüneburg leben, unter dem Namen „Trödelqueens“ zwei Geschäfte beiderseits des Flurs mit der Palette. Patrizia verkauft Antiquitäten und eben Trödelware. Ihre Schwester arbeitet alte Möbel auf, malt eigene Bilder und bietet Second-Hand-Kleidung an.

Ganz freiwillig sind die beiden nicht in Bad Bevensen gelandet. 2020 beendete der Corona-Lockdown mit einem Schlag das Messegeschäft, über das Patrizia Steinforth ihren Schmuck verkaufte. Ihre Schwester, gelernte Visagistin, musste ihr Nageldesign-Studio in Barcelona schließen.

Neuanfang nach dem Corona-Lockdown

Eine Welt brach zusammen. Für die beiden Geschäftsfrauen kein Grund zum Aufgeben. „Ich habe meine Ware in den Transporter gepackt. Dann habe ich erst mal geweint“, erzählt Patrizia Steinforth. „Aber Aufgeben gibt’s nicht.“ In der Folge sanierten sie mit Freunden die Geschäftsräume in Bad Bevensen und fingen von vorn an, stiegen auch ins Online-Geschäft ein, und das mit Erfolg.

Die Produktionsfirma Endemol Shine („Wer wird Millionär“ und „Promi Big Brother“) wurde im Internet auf die Schwestern aufmerksam. Dort treten sie nun gegen andere Händlerpaare an. Welche Waren und Marken auf den Paletten standen – RTL spricht von echtem „Händlergold“ – ist noch Betriebsgeheimnis. Die Staffel ist abgedreht. Wie erfolgreich die Schwestern waren, wird noch nicht verraten.

„Erst dachten wir, dass alles ein Scherz ist“, erzählt Gina Steinforth vom Erstkontakt mit der Firma. Seitdem waren die Kameraleute regelmäßig dabei. Vor den Blicken der Fernsehzuschauer, vor Lästerei und Häme haben sie keine Angst. „Das ist das alltägliche Leben“, meint Patrizia Steinforth. „Solange die Leute reden, ist es gut“, findet ihre Schwester. „Die Konkurrenz ist stark. Aber keiner ist wie wir.“

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