Almstorf: Anwohner an Hauptstraße lagert alte Gegenstände an Zuwegung / Behinderung für Landwirte

Schrott entzündet gewaltigen Ärger

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Ob nicht mehr genutzte Autos, Kindersitze oder blaue Ölfässer – gerade vielen Bauern sind diese Gegenstände ein Dorn im Auge und zugleich Hindernisse zur Durchfahrt mit ihren landwirtschaftlichen Geräten.

Almstorf. Zündstoff liefert zurzeit wieder der Schrotthändler Peter an der Hauptstraße in Almstorf. Viele Landwirte sind darüber wütend, dass er seinen Schrott nicht wegräumt.

Alte Kühlschränke, Waschmaschinen, Autoreifen und sogar nicht mehr genutzte Autos stehen auf einem Grünstreifen entlang eines öffentlichen Wirtschaftsweges, den viele der Landwirte befahren.

„Es ist ein Drama, das schon über mehrere Jahre geht“, schimpft einer der Landwirte, der anonym bleiben möchte, lautstark gegenüber der AZ. Vor allem sei es ein öffentlicher Weg, wo alles voller Scherben und Nägel liege. „Das Problem ist, dass es immer mehr wird“, ärgert sich der Landwirt.

„Das stimmt so nicht. Ich habe schon viel beiseite geräumt“, entgegnet Peter auf AZ-Nachfrage. Er gibt zu, dass der Schrott nicht gerade ein schöner Anblick sei. „Davon lebe ich“, sagt er. Gerne ist er bereit, die aus seiner Sicht noch verwendbaren Gegenstände auf einem anderen Grundstück in der Gemeinde zu lagern. „Die Gemeinde will uns ja kein Grundstück verkaufen“, sagt Peter.

Der Ärger der Landwirte richtet sich aber nicht nur gegen Schrotthändler Peter. Ihre Wut adressieren sie ebenfalls an die Gemeinde Himbergen. Bürgermeister Jürgen Hinrichs weiß um das „langjährige Ärgernis“. „Doch was sollen wir als Gemeinde machen“, fragt er sich. Grundsätzlich sei es eine Sache des Landkreises Uelzen. „Wir haben das Umweltamt auch schon benachrichtigt“, betont Hinrichs deutlich.

„Der Landkreis Uelzen macht doch eh nichts“, regt sich der Landwirt auf. Das will Alexander Krüger vom Umweltamt nicht so stehen lassen. Zwar sei seine Behörde in der vergangenen Zeit nicht beim Schrotthändler gewesen, räumt Krüger ein. „Wir planen demnächst aber wieder eine Bestandsaufnahme“, kündigt er an. Und Anfang der kommenden Woche wolle die Behörde ein Verfahren in die Wege leiten. „Der Schrotthändler bekommt einen Anhörungsbogen und hat 14 Tage Zeit, sich zu äußern“, beschreibt Krüger das Vorgehen. Wenn er darauf nicht reagiere, bekommt er einen Bescheid, seinen Abfall zu entsorgen. Erst danach würden ein Zwangsgeld von etwa 300 Euro und schließlich eine Ersatzvornahme, das heißt die Räumung, folgen. „Das ist nicht nur in diesem Fall, sondern auch in ähnlich gelagerten Fällen so“, erläutert Krüger.

Was Schrotthändler Peter auf die Palme bringt, dass wildfremde Menschen ihren Schrott bei ihm ablegen. „Da kommen Leute aus Hamburg und laden ihre Sachen hier ab. Sogar der Bürgermeister hat letztens Schrott hierher gebracht.“ Damit sollten sich die Landwirte mal beschäftigen, regt Peter an.

Von Volker Althoff

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