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Barumer Ehepaar kündigt Glasfaser-Vertrag: Lünecom spricht von absolutem Einzelfall

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Silvia und Holger Jansen mit altem und neuem Router.
Silvia und Holger Jansen aus Barum haben den Glasfaseranschluss bei der Lünecom gekündigt und sind zur Telekom gewechselt: „Wir sind froh, dass wir das hinter uns haben.“ © Sternitzke, Gerhard

Glasfasertechnologie bringt schnelles Internet in bislang abgehängte Dörfer im Uelzener Kreisgebiet. Inzwischen sind laut Lünecom 7960 Haushalte angeschlossen. Die Zielmarke sind 13000. Doch was, wenn der Anschluss nicht funktioniert wie erhofft?

Barum – Silvia und Holger Jansen aus Barum haben jetzt die Konsequenz gezogen und sind zur Telekom gewechselt. Laut dem Netzbetreiber Lünecom handelt es sich um einen absoluten Einzelfall.

Telefongespräche brechen ständig ab

Vorführeffekt: Bei der Terminabsprache bricht das Telefonat unvermittelt ab. Für Silvia Hansen Alltag. Seit dem Anschluss vor zwei Jahren habe das Unternehmen die Verbindungsabbrüche nicht abstellen können. Für die 66-Jährige, die eine Gesundheitspraxis betreibt, und den 75-jährigen Musiker eine Katastrophe. „Das war zu Anfang abenteuerlich, weil wir Teile von anderen Gesprächen mitgehört haben“, erzählt Silvia Hansen.

Auf Rat von Lünecom-Mitarbeitern tauschte das Ehepaar zunächst die Telefone aus und ließ dann Kabel vom Untergeschoss nach oben verlegen, um den Router dort anzuschließen. Zusätzlich wurde ein sogenannter Repeater installiert, um die Verbindung zu verbessern. Gebracht habe der Aufwand nichts. Die Gesprächsabbrüche blieben.

Und mit einem Programm stellte Holger Hansen fest, dass die stark schwankende Internetübertragung nie mehr als 40 MBit pro Sekunde erreichte. Der Vertrag wies eine Datenübertragungsrate von 100 MBit pro Sekunde aus. „Wir sind froh, dass wir das hinter uns haben“, sagt Holger Hansen.

Kündigungsrate bei der Lünecom liegt unter einem Prozent

Das Ehepaar hat auch die Bundesnetzagentur eingeschaltet, laut Lünecom ist der Fall jedoch geschlossen. „Es liegt nicht an uns. Das ist ein absoluter Einzelfall“, stellt Geschäftsführer Richard Krause klar. Die Kündigungsrate bei den Lünecom-Anschlüssen liege unter einem Prozent, fast immer wegen Todesfällen.

Technische Schwierigkeiten im Haus sind Sache des Kunden

„Wir stellen den Glasfaseranschluss mit dem Router. Wir sind zuständig bis an die Box. Wie das Signal im Haus verbreitet wird, ist eine andere Sache“, betont der Lünecom-Geschäftsführer. „Alles, was der Kunde tut, liegt nicht in unserer Verantwortung.“ 100 MBit pro Sekunde sei die Leistung, die am Anschluss ankommt. Wie hoch sie im Laptop, Tablet oder Handy sei, hänge unter anderem von der Entfernung ab, aber auch von der Dicke von Decken und Wänden. Dasselbe gelte für schurlose Telefone. „Das sind Sachen, die der Kunde nicht sieht“, meint Krause. Hätte es Leistungseinbußen am Anschluss gegeben, hätte die Lünecom auch einen Techniker geschickt.

Die Lünecom wisse nicht, welche Leitungen in dem Haushalt verbaut seien und vor allem, welche Einstellungen an dem Router vorgenommen worden seien. „Beim W-LAN, da sind so viele Fallen“, erklärt der Geschäftsführer.

Die Lünecom will zukünftig auch Handwerksbetriebe, die von den Kunden gebucht werden, schulen und zertifizieren, kündigt Richard Krause an.

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