Schlechte Zeit für Zuschüsse

Von der Terrasse am BSV-Gebäude aus (im Hintergrund) lassen sich die Spiele gut beobachten – allerdings liegt bei der Anlage in den Sandschellen einiges im Argen. Foto: Klingebiel

Bad Bevensen. Insgesamt 700 400 Euro lässt sich die Stadt Bad Bevensen in diesem Jahr den Bereich Kinder, Jugend, Soziales und Sport kosten. Doch nicht jeder bekommt das, was er gern hätte: So wird der TSV Jastorf die Reparatur seines Rasenmähers (etwa 2100 Euro) allein finanzieren müssen. Der zuständige Fachausschuss lehnte einen entsprechenden Antrag des Vereins auf Bezuschussung nämlich ab.

Die Ausschussmitglieder bezogen sich bei ihrer Entscheidung auf die von der Stadt Bad Bevensen festgelegten Sportförderrichtlinien. Und die sehen eine solche Bezuschussung nun mal nicht vor.

Eckhard Warnecke (CDU) gab allerdings zu bedenken, dass derlei Reparaturen kleinen Vereinen schnell das Genick brechen können, denn Rasenmäher für die Sportplätze kosten viel Geld und verursachen im Fall der Fälle dementsprechend hohe Reparaturkosten. Die Richtlinien, schlug Warnecke vor, sollten deshalb überarbeitet werden. Er und Fraktionskollege Dirk Harms enthielten sich denn auch bei der Abstimmung über den Zuschussantrag aus Jastorf.

Im ersten Anlauf wollten die Ausschussmitglieder auch einen Antrag des MTV Bad Bevensen ablehnen, der sich einen Zuschuss für die Finanzierung seines 150-jährigen Jubiläums wünschte. Wegen der Gleichbehandlung. „Jeder sollte mit seinem Budget auskommen, so schön Jubiläums- und andere Veranstaltungen auch sind“, begründete Verena von Kriegstein, Bündnisgrüne und selbst seit 28 Jahren Mitglied des MTV. Susanne Lühr-Peschke pflichtete bei: „Es ist egal, ob es sich um einen kleinen oder großen Verein handelt – da sollten alle gleich behandelt werden.“

Im zweiten Anlauf allerdings mussten alle anerkennen, dass es sich bei dem MTV Bad Bevensen mit seinen fast 1700 Mitgliedern durchaus um eine Art Aushängeschild für die Stadt handelt. Obendrein hatte Bürgermeister Bruno Losiak bereits während des Festaktes angekündigt, man werde dem Verein noch ein Geldgeschenk zum Geburtstag machen. Die Ausschussmitglieder einigten sich am Ende darauf, das Thema noch einmal in den Fraktionen zu beraten.

Enthalten in den Gesamtausgaben für den Bereich Sport, Soziales, Jugend und Kinder sind auch 150 000 Euro für Instandsetzungen am Gelände des Sportplatzes des BSV Union Bevensen. Wie berichtet, hatte die Stadt den Vertrag mit dem BSV zum 30. September vergangenen Jahres gekündigt. Seitdem laufen Verhandlungen über Zuständigkeiten für Reparaturen und andere Investitionen.

„Wir befinden uns derzeit in einem vertragslosen Zustand“, sagt Bad Bevensens stellvertretender Stadtdirektor Hans-Jürgen Kammer auf Nachfrage der AZ. Die Nutzung des Sportplatzes in den Sandschellen durch den BSV wird derzeit sozusagen von der Stadt toleriert. Ziel der Verhandlungen ist aber eine Übernahme der Anlage durch den Bevenser Sportverein.

Im Sportausschuss wollte man das Thema nicht weiter öffentlich diskutieren. Allein Eckhard Warnecke merkte zu den 150 000 Euro an: „Das liegt mir schwer im Magen, ich kann das nicht unterstützen.“ Der finanzielle Aufwand für den BSV stehe in keinem Verhältnis zu dem, was die Stadt Bad Bevensen anderen Vereinen gebe, fand Warnecke. Der Sportausschuss segnete den Haushaltsplanentwurf am Ende mit vier Ja-Stimmen und zwei Nein-Stimmen ab.

Von Ines Bräutigam

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