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Schärfere Regeln für die Gastronomie – AZ hat beim Sozialministerium nachgefragt

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Coronavirus   2G-plus-Regel in Niedersachsen
Für die Gastronomie bringt die nächste Corona-Verordnung eine erneute Verschärfung. Ab Sonnabend gilt 2G-plus ohne 70-Prozent-Ausnahmeregelung. © dpa

Wieder einmal haben die Ministerpräsidenten getagt. Und was bedeutet das nun für die Gastronomie? 2G-plus, also Einlass nur für Geimpfte und Genesene, die zusätzlich getestet sind, das galt schon bisher für Cafés und Restaurants in Niedersachsen. Viele Betriebe nutzten jedoch eine Ausnahmeregelung: Wenn sie nur 70 Prozent der Plätze ausnutzten, konnten sie auf den Test verzichten. Was wird daraus, wenn die Landesregierung am Sonnabend eine neue Corona-Verordnung herausgibt?

Barum/Bad Bevensen – Wieder einmal haben die Ministerpräsidenten getagt. Und was bedeutet das nun für die Gastronomie? 2G-plus, also Einlass nur für Geimpfte und Genesene, die zusätzlich getestet sind, das galt schon bisher für Cafés und Restaurants in Niedersachsen. Viele Betriebe nutzten jedoch eine Ausnahmeregelung: Wenn sie nur 70 Prozent der Plätze ausnutzten, konnten sie auf den Test verzichten. Was wird daraus, wenn die Landesregierung am Sonnabend eine neue Corona-Verordnung herausgibt? Die AZ hat beim Sozialministerium nachgefragt.

Pressesprecherin Kerstin Wolff muss erst mal Rücksprache mit den Juristen des Hauses halten. „Der Beschluss der Ministerpräsidenten enthält diesen Punkt nicht“, teilt sie mit. „Sie sehen, wie die Zahlen steigen.“ Über 25 000 Ansteckungen bundesweit meldet das Robert-Koch-Institut gestern. Deshalb gilt ab Sonnabend voraussichtlich in der Gastronomie 2G-plus ohne Ausnahme, außer für Geboosterte – es sei denn, die Sorgen des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) werden noch erhört.

Du rufst drei Ordnungsämter an und kriegst drei verschiedene Antworten.

Michael Schwarz, Dehoga-Kreisvorsitzender

Michael Schwarz ärgert auch der Informationswirrwarr. „Du rufst drei Ordnungsämter an und kriegst drei verschiedene Antworten“, moniert der Dehoga-Kreisvorsitzende. Mit der 70-Prozent-Regelung seien die Gastronomen gut gefahren. Auch er selbst hat in seinem Restaurant im Bevenser Parkhotel 2G angewandt. „Aber die meisten Gäste waren geboostert“, berichtet der Hotelier. Dennoch sei das Weihnachts- und Silvestergeschäft eher unbefriedigend gewesen. Es habe viele Absagen gegeben. Derzeit hat Schwarz seinen Betrieb für drei Wochen geschlossen. Es sei ohnehin eine umsatzschwache Zeit. Viele Betriebe hätten einen Außer-Haus-Verkauf angeboten.

„Wie lange die Betriebe durchhalten, ist unterschiedlich“, sagt Schwarz. „Das hängt auch davon ab, wie die neuen Hilfen funktionieren.“ Mancher Betrieb werde aus Altersgründen schließen. „Die Leute müssen sich darauf einstellen, dass es in vielen Gebieten weniger Betriebe gibt und dass die Preise steigen. Die Lohnkosten, die Lebensmittelkosten und die Energiekosten steigen“, erklärt der Dehoga-Kreisvorsitzende.

Kein Kurzarbeitergeld für die Obstscheune Barum

„Wir werden weiter aufmachen“, sagt Claudia Reinhart, Chefin der Obstscheune Barum. Der Gastrobereich macht etwa 15 bis 20 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Kurzarbeit für die Beschäftigten wurde von der Arbeitsagentur abgelehnt. Auch Hilfen erhält der Betrieb nicht. Die neuen Auflagen sieht sie als Lockdown durch die Hintertür.

„Wir fahren auf der niedrigsten Ebene, einer in der Küche, einer im Service“, berichtet die Inhaberin. Die 70-Prozent-Regel sei gut gewesen. Die meisten Gäste seien aber bereits geboostert, bleiben aber dennoch vorsichtig. „Die Leute gehen nicht mehr los“, beobachtet Claudia Reinhart. „Es kommt im Januar alles zusammen.“

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