Weitere Berechnungen fürs Kurhaus liegen vor / Erklärungen zum gelaufenen Architekten-Wettbewerb

Sanierung kostet 4,2 Millionen

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Bad Bevensen. Das Thema Kurhaus-Neubau und der in diesem Zusammenhang gelaufene Architekten-Wettbewerb beschäftigt zurzeit, wie ausführlich berichtet, die Stadtväter.

Da der prämierte Sieger-Entwurf den vorgegebenen Kostenrahmen von 5,5 Millionen Euro netto nicht eingehalten hatte, wurde nun ein Alternativ-Entwurf für einen Neubau zur Förderung bei der N-Bank eingereicht. In der vergangenen Sitzung des Bad Bevenser Stadtrates stellte sich dennoch eine zentrale Frage – die, wie berichtet, auch die Wählergemeinschaft „Bürger für Bad Bevensen“ beantwortet wissen wollte: Warum wurde der erste Neubau-Entwurf überhaupt weiter verfolgt, wenn er doch den Kostenrahmen überschritten hatte?.

Bauamtsleiter Roland Klewwe erklärte eingehend das Verfahren bei dem Architekten-Wettbewerb, der vor etwa einem Jahr durchgeführt worden war. Der Wettbewerb sei in zwei Stufen angelegt gewesen- „Im Nachhinein vielleicht ein Fehler“, wie Klewwe ob der aktuellen Entwicklungen einräumte – sowohl der Planer des Sieger-Entwurfs als auch ein drittplatziertes Büro, dessen Entwurf nicht als Alternative berücksichtigt wurde, haben die Stadt deswegen gerügt – auch ein Nachprüfungsverfahren bei der Vergabekammer des Wirtschaftsministeriums wurde angestrengt und ist noch zu entscheiden.

In Stufe 1 des Wettbewerbs habe man die Entwürfe gesichtet und bewertet. Der Jury war zu diesem Zeitpunkt nichts über die jeweiligen Kosten bekannt. „Hätte man bereits im ersten Schritt eine Kostenberechnung nach DIN gefordert, hätte das einen enormen Aufwand für alle Teilnehmer bedeutet“, begründete Roland Klewwe. Und dieser Aufwand sei natürlich für jeden Einzelnen vor allem auch mit Kosten verbunden gewesen.

Also wurde der erste Schritt „relativ schlank gehalten“, so Klewwe, es sei eine Grobprüfung erfolgt, aber „es lagen keine konkreten Zahlen vor“. Im zweiten Schritt hätten dann die Planungsbüros, die in die engere Wahl gekommen seien, für die Verhandlungsgespräche Kostenberechnungen angestellt.

CDU-Ratsherr Eckhard Warnecke versteht die ganze Aufregung nicht und findet es fragwürdig, dass der Architekt des Sieger-Entwurfs sich über das Verfahren beklagt hatte. „Jedem war der Kostenrahmen bekannt“, so Warnecke, „wenn jetzt damit argumentiert wird, dann ist das nicht reell.“ Sogar der Gedanke, man könne ja auch eine Aberkennung des Preisgeldes in Erwägung ziehen, wurde gesponnen. Roland Klewwe allerdings betonte, dass dies nicht möglich sei.

Aus den Reihen der Zuschauer wurde auch ganz grundsätzliche Kritik an dem Architekten-Wettbewerb geübt und dessen Notwendigkeit in Frage gestellt. Doch der Bauamtsleiter verdeutlichte, dass die Alternative dazu eine aufwändige EU-weite Ausschreibung gewesen wäre. „Über einen Architekten-Wettbewerb kommt man da am ehesten zu guten Ergebnissen.“

Ein Ergebnis gibt es im Übrigen mittlerweile auch für die Kostenermittlung für eine Kurhaus-Sanierung. Die Berechnungen hätten 4,2 Millionen Euro netto ergeben, so Klewwe. Bereits im August wurde der Auftrag für diese Kostenermittlung erteilt – 20 000 Euro hat dies die Stadt Bad Bevensen gekostet. Die Vorgaben für die Berechnungen lauteten: Die Sanierung sollte so erfolgen, dass ihr Ergebnis die Anforderungen (Energiestandards etc.) auf 25 Jahre erfüllt.

Man habe das Ergebnis bislang nicht öffentlich gemacht, weil bis heute nicht klar ist, ob es Zuschüsse für eine Sanierung gibt, informierte Roland Klewwe. Er verwies außerdem darauf, dass die berechnete 4,2-Millionen-Euro-Frischzellenkur keine funktionalen Verbesserungen bringen würde.

Von Ines Bräutigam

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