Kommunalpolitik wie im Parlament

Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf hat 750.000 Euro in neuen Ratssaal investiert

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Der neue Ratssaal in der ehemaligen Pausenhalle, vom Zuschauerbereich aus gesehen.

Bad Bevensen – Nach Ende der Ausschuss-Sitzung führt Bauamtsleiter Roland Klewwe die Ratsleute über verwinkelte Gänge und Treppen im Bevenser Rathaus – bis hinunter in die ehemalige Pausenhalle der Fritz-Reuter-Schule.

Als er die Tür öffnet, verschlägt es den Bauausschuss-Mitgliedern fast die Sprache. „Alle Achtung, Herr Klewwe“, sagt einer der Politiker. „Das ist spitzenmäßig“, ein anderer. Der neue Ratssaal im Rathaus der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf ist nach mehrmonatigem Umbau fertig.

In sogenannter „parlamentarischer Anordnung“, wie in den Parlamenten der Republik, sind schlichte weiße Tische und Stühle angeordnet. Ratsleute, Bürgermeister und Verwaltungsmitarbeiter werden jeweils in zwei Reihen unter den Oberlichtern und großzügigen kreisrunden LED-Leuchten sitzen. Auch das Rednerpult ist schlicht weiß gestaltet. Den Raumeindruck prägen die schallschluckenden Holzpaneele an den Wänden.

Der Samtgemeinderat tagt auch im Ebstorfer Rathaus und in Gasthäusern. „Man braucht aber im Samtgemeinderathaus einen Saal, wo Ratssitzungen stattfinden können“, betont Bauamtsleiter Klewwe. Die nächste Samtgemeinderatssitzung ist für Donnerstag, 5. Dezember, angesetzt. Möglicherweise werden die Debatten dann schon in dem neuen Saal geführt. 750.000 Euro hat die Samtgemeinde in den Umbau investiert.

Erreichbar ist der neue Sitzungssaal barrierefrei vom Parkplatz hinter dem Rathaus in Bad Bevensen. Der Eingangsbereich muss noch fertiggestellt werden. Für Bürger, die die Ratssitzungen verfolgen wollen, gibt es eine Rampe, die zum erhöhten Zuhörerbereich führt. Zwei Großbildschirme geben den Zuhörern die Möglichkeit, Präsentationen zu verfolgen. Außerdem ist hier eine Kamera installiert, mit der die Redner am Pult für den Livestream im Internet gefilmt werden.

Die Pläne für den Umbau hat das Hannoveraner Architekturbüro Storch-Ehlers-Partner erstellt. Wo die Ratsleute sitzen, ist zwischen den großflächigen Keramikplatten noch ein Stück vom Boden der alten Pausenhalle zu sehen. „Ein Teil des alten Gebäudes ist bewusst sichtbar geblieben“, kommentiert Klewwe. Wieder aufgestellt wurde der alte, lange Sitzungstisch. Für kleinere Sitzungen steht weiterhin der alte Sitzungssaal bereit.

VON GERHARD STERNITZKE

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