Bad Bevensen Marketing startet Wildblumen-Aktion zur Unterstützung der fleißigen Insekten

Samentütchen für Biene und Co.

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Eine Biene sammelt Pollen auf einer Arnika-Blüte. Damit bestäubende Insekten genug Nahrung finden, verteilt die Bad Bevensen Marketing 10.000 Samentütchen für Wildblumenwiesen.

Bad Bevensen. Es sind nur wenige Gramm, aber die Körner aus dem Samentütchen reichen für drei Quadratmeter Wildblumen. Genau zehntausend solcher Tütchen hat die Bad Bevensen Marketing (BBM) bestellt, um sie unters Volk zu bringen.

Verteilt werden sie über ausgewählte Hotels, Geschäfte und Supermärkte, um unzählige Blüten in die Kurstadt und die Wohnorte ihrer Besucher zu bringen. Rechnerisch könnten mit dem Vorrat 30 000 Quadratmeter Blumenwiese ausgesät werden. Die sympathische Aktion hat einen ernsten Hintergrund: Sonntag ist der erste Welttag der Biene. Der Bestand der Honigsammlerinnen und anderer bestäubender Insekten geht dramatisch zurück.

„Wir verteilen die Samentütchen, um den Einwohnern einen Anschub zu geben, etwas für Insekten zu tun“, sagt Jessica Maaß von der BBM. Die AZ ist Medienpartner der Aktion. Die von Saatgutherstellern gesponserten Tüten enthalten Wildblumensamen unter anderem von Ringelblume, Koriander, Ölrettich, Kornblume, Schwarzkümmel und weiteren Arten, die allesamt Nahrung für Bienen, Hummeln und andere Insekten bieten. Pro Person gibt es eine Tüte. „Solange der Vorrat reicht“, kündigt Jessica Maaß an.

Stadtgärtnerin Christiane Wittkowski geht mit gutem Beispiel voran. Im Bevenser Kurpark, in der Nähe der Kneipp-Tretanlage an der Ilmenau, haben ihre Mitarbeiter gerade ein Beet mit 20 Wildblumenarten ausgesät. Es wird durch ein Wildbienenhaus ergänzt. Die Insekten, die von den Blumen angezogen werden, kommen auch weiteren Tieren zugute, vor allem Igeln und Vögeln, erklärt die Stadtgärtnerin.

Sie hat selbst beobachtet, dass die Zahl der Insekten und der Singvögel, die von ihnen leben, deutlich abgenommen hat. „An der Winterfutterstelle zu Hause habe ich sonst mit meinem Sohn über 50 Erlenzeisige gezählt, im vorigen Jahr waren es nur fünf“, erzählt Christiane Wittkowski. Vor allem die intensive Landwirtschaft mit dem regelmäßigen Einsatz von Insektengiften sei verantwortlich für den dramatischen Rückgang.

Aber auch jeder Einzelne kann etwas für Biene, Hummel und Co. tun, wenn er einen eigenen Garten besitzt. Statt pflegeleichtem Rasen könnten einheimische Bäume und Sträucher gepflanzt werden, die gern von Bienen besucht werden. Er könnte auch ein Insektenhotel aufstellen. Zudem rät die Stadtgärtnerin: „Es ist gut, wenn es im Garten eine Ecke gibt, wo nicht alles aufgeräumt ist und wo Insekten überwintern können“. Einen Anfang kann man mit einem Tütchen Wildblumensamen machen.

• Die Samentütchen gibt es auch bei den Kurpark-Führungen, am Lehrbienenstand, in der Therme und beim Pfingstkonzert. Sie liegen der AZ im Bevenser Stadtgebiet und den Ortsteilen bei und sind in der AZ-Geschäftsstelle erhältlich.

Von Gerhard Sternitzke

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