Landwirt Sönke Strampe setzt vermehrt auf den Anbau von Süßkartoffeln

Rieste: Eine Knolle auf dem Vormarsch

Auf einem Feld bei Rieste baut der Bevenser Landwirt Sönke Strampe Süßkartoffeln an. Damit ist er im gesamten Kreisgebiet Vorreiter.
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Auf einem Feld bei Rieste baut der Bevenser Landwirt Sönke Strampe Süßkartoffeln an. Damit ist er im gesamten Kreisgebiet Vorreiter.

Bad Bevensen/Rieste – Unscheinbar sprießen die Pflanzen in langen Reihen auf dem Feld des Bevenser Landwirtes Sönke Strampe bei Rieste. Dabei wächst unter der Erde ein echtes Wundergemüse heran. Denn Strampe baut auf einer Fläche von vier Hektar Süßkartoffeln an.

Als Sönke Strampe den Betrieb 2015 von seinem Vater übernahm, war für ihn klar, dass er etwas Neues ausprobieren wollte.

So stellte er den Hof 2017 auf Bio-Standards um und suchte nach neuen Produkten. Da der Markt an herkömmlichen Bio-Kartoffeln bereits gedeckt war, kam Strampe auf die Süßkartoffel. Heimisch ist die Knolle eigentlich in wärmeren Gefilden, große Produzenten sind China, die USA oder in Europa auch Spanien. Das Problem: Um auf dem deutschen Teller zu landen, sind bei Süßkartoffeln lange Transportwege nötig. Für Strampe war es jedoch wichtig, nah am Verbraucher zu produzieren: „Das ist ein Trend mit regionalen Lebensmitteln und Bio. Das hat uns in die Hände gespielt.“

2016 folgten dann die ersten Anbauversuche mit einer einzelnen Pflanze auf der heimischen Terrasse – mit Erfolg. „Man hat zumindest gesehen: Sie wächst hier und hat Knollen“, erinnert sich Strampe. Nach weiteren erfolgreichen Tests im Garten wurde die Süßkartoffel schließlich auf dem Feld gepflanzt. „Das ging natürlich zu Lasten anderer Kulturen, aber das macht man dann gerne frei, um andere Sachen auszuprobieren“, sagt der Landwirt. Da das Gemüse warme Temperaturen benötigt, pflanzt es Strampe im Mai nach den Eisheiligen ein. Schon nächtliche Temperaturen von zwei Grad können die Jungpflanzen schädigen. Auf eine Folie, die die Setzlinge abdeckt und Wärme speichert, verzichtet Strampe dennoch bewusst: Diese beinhalte Polyethylen und damit den Grundstoff für Plastik, worauf man verzichten wolle.

Dennoch ist die Süßkartoffel laut Strampe insgesamt pflegeleichter als die normale Kartoffel, da sie Trockenheit eher vertragen könne und zudem wegen ihres nicht-heimisches Ursprungs kaum Schädlinge anziehe. Einzig Mäuse sorgten schon für einen Ernteverlust von 20 bis 30 Prozent.

Komplett ersetzen könne seine Ernte die Importe an Süßkartoffeln wohl nie, schätzt Strampe, und doch vertreibt er das Gemüse inzwischen nicht nur an regionale Betriebe, sondern auch bis in den Raum Hamburg. Dabei habe es immer ein Risiko gegeben, doch das gehört für Strampe dazu, wenn man etwas Neues ausprobieren möchte. Und so hält er weiter an seinem Konzept fest: „Es ist natürlich viel Aufwand. Wir hatten auch Rückschläge, aber wir werden es weitermachen.“ Weitere neue Projekte seien aber vorerst nicht geplant: „Eigentlich dreht sich zurzeit alles bei uns um die Süßkartoffel.“ VON DANIEL BIELING

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