Holzernte in Bevenser Waldstück beginnt / Zwei Abschnitte im Dezember und Februar geplant

Im Rießel röhren die Sägen

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Die Holzernte im Rießel hat begonnen: Spaziergänger, Jogger und Reiter sollten die abgesperrten Waldpassagen meiden.

Bad Bevensen-Medingen. Rote und weiße Striche und Kreuzchen zieren seit einigen Tagen die Stämme mancher Bäume im Waldgebiet Rießel. Aus gutem Grund: Das Waldstück zwischen Bad Bevensen und Medingen wird ab Mitte Dezember zum Schauplatz einer umfangreichen Holzernte-Aktion.

Die Markierungen sind Wegweiser dafür, ob ein Baum stehen bleibt oder aber gefällt wird (siehe Kasten).

„Die winterlichen Erntearbeiten sind in zwei Abschnitten geplant und werden in etwa acht Wochen abgeschlossen sein“, informiert das Niedersächsische Forstamt Oerrel. Im Moment werden Bäume im Inneren des Waldes gefällt, was Menschen zurzeit nicht besonders betrifft, so Reiner Baumgart von den Niedersächsischen Landesforsten. Später, im zweiten Abschnitt, der voraussichtlich im Februar 2012 beginnen wird, sollten dann Spaziergänger, Jogger und Wanderer Acht geben, denn auch Bäume am Waldrand und an Wegen werden gefällt. Der Wald wird deshalb teilweise zum Sperrgebiet erklärt, kurzfristig wird es dann auch Sperrungen der Bevenser Straße, der Waldstraße und des Addenstorfer Weges geben.

Aber natürlich ist im Rießel kein Kahlschlag geplant: Es werden ganz gezielt Einzelbäume entnommen, die einen bestimmten Mindestdurchmesser erreicht haben. Diese vom Förster vorher ausgewählten Buchen, aber auch einige Eichen, Kiefern und Fichten, werden dann fachmännisch von Forstwirten gefällt. Nach der Durchforstung entstehen so lichtere Partien, wodurch auch die Verjüngung des Waldes begünstigt wird.

„Die Pflege unserer Wälder entspricht den nachhaltigen und ökologischen Grundsätzen des so genannten „LÖWE-Programms (Langfristige ökologische Waldentwicklung). Wir entnehmen grundsätzlich nicht mehr Holz als zuwächst“, erklärt Rainer Soyka, Leiter des Forstamtes Oerrel. Durch die Förderung der Waldverjüngung sowie besonders gut entwickelter und vitaler Bäume kann sich der Wald stabiler gegen Umwelteinflüsse und den zu erwartenden Klimawandel entwickeln.

So mancher Waldbesucher mag sich auch über das viele Totholz am Boden wundern – auch dies erfüllt einen Zweck. Als Beitrag zur Bewahrung der Artenvielfalt bleiben nämlich eine beträchtliche Anzahl alter, absterbender und toter Bäume als Habitat- und Höhlenbäume abseits der Wege im Rießel erhalten. „Dabei wird nichts dem Zufall überlassen“, erklärt Reiner Baumgart. Denn alle zehn Jahre werde eine Wald-Inventur durchgeführt, bei der beispielsweise auch festgelegt werde, welches Totholz liegen bleiben kann und welches nicht. Das geerntete Holz ist derweil als nachwachsender Rohstoff gefragt und findet vielfältige Verwendungen als Holzprodukt im täglichen Alltag oder als Brennholz.

Um eine Gefährdung der Waldbesucher auszuschließen, sind für die Dauer der Holzernte in den betroffenen Waldbereichen Wegesperrungen unerlässlich, denn fallende Bäume und Äste stellen eine große Gefahr dar. Die Niedersächsischen Landesforsten bitten deshalb um Verständnis für die vorübergehenden Einschränkungen bei den gewohnten Waldbesuchen. Auch können sich die Wegeverhältnisse durch die Spuren der Erntemaschinen vorübergehend verschlechtern. Nach abgeschlossener Holzabfuhr und bei geeigneter Witterung werden die Wegeschäden vom Forstamt aber wieder beseitigt.

Von Ines Bräutigam

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