60 Brandschützer absolvieren eine Heißausbildung

Retter gehen in Bad Bevensen durchs Feuer

+
Feuerwehrleute nach dem kräftezehrenden Training im Brandcontainer. Gelernt haben sie, wie sie im Brandfall richtig vorgehen. 

Bad Bevensen – Die Bestie lauert hinter der Tür, wenn Feuerwehrleute zum Einsatz gerufen werden. Brennende Rauchgase reißen Türen auf und können mit bis zu 800 Grad über die Köpfe der Atemschutzgeräteträger hinwegfegen.

Kein Sauerstoff zum Atmen, dichter Rauch raubt die Sicht, und die Hitze ist auch unter der dicken Schutzkleidung deutlich spürbar. Auf diese Bestie bereiteten sich jetzt 60 Feuerwehrleute in einem Brandcontainer auf dem Gelände der Bevenser Wehr vor.

Atemschutzgeräteträger in Schutzkleidung treten den Weg in den Brandcontainer an.
Flammen schlagen aus dem Brandcontainer.

Der Lehrgang zum Atemschutzgeräteträger und zahlreiche Trainings mit Kunstrauch festigen die Handgriffe, bereiten aber nur unvollkommen auf das vor, was passieren kann. Alle zwei Jahre investiert die Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf deshalb 8.000 Euro in die sogenannte Heißausbildung für Atemschutzgeräteträger. Unter kontrollierten Bedingungen werden in einem Container echte Brandphänomene dargestellt, das Vorgehen im Brandfall und die richtige Löschtechnik am realen Feuer trainiert.

Professionelle Trainer einer Sulinger Firma, die sich auf die Ausbildung von Feuerwehren in dem mitgebrachten Brandübungscontainer spezialisiert hat, zeigen Grenzen auf und lassen die Freiwilligen Brandschützer spüren, welche Energie hinter dem Element Feuer steckt. Aus der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf sorgt ein siebenköpfiges Team aus erfahrenen Atemschutzausbildern für den reibungslosen Ablauf der zweitägigen Veranstaltung.

Brandgase können sich durch ein zündfähiges Gemisch aus Sauerstoff und brennbaren Gasen im Rauch schon bei 200 bis 300 Grad entzünden und zur Gefahr für die Einsatzkräfte werden. Ein Übersehen der Anzeichen wie pulsierender, tiefhängender Rauch mit entsprechender Temperatur kann zu einer unkontrollierten Brandausbreitung beitragen und den Atemschutztrupp gefährlich überraschen.

Diese Anzeichen werden in einem modifizierten, zweieinhalb mal zwölf Meter großen Container real dargestellt. Je nach Ausbildungsstand der 60 Atemschutzgeräteträger wurde speziell auf das Öffnen der Tür zum Brandraum oder das komplette Vorgehen über ein Treppenhaus von oben nach unten, bis zum Feuer eingegangen.

Andreas König, Zugführer in der Ortswehr Bad Bevensen, zeigt sich zufrieden mit dem Ablauf der Ausbildung. Es waren spannende und lehrreiche Tage. Action pur. Zudem bekommen Atemschutzgeräteträger alle zwei Jahre eine arbeitsmedizinische Untersuchung, bei der sie sich kostenlos durchchecken lassen können und müssen.

Die Freiwillige Feuerwehr sucht immer Helden, die für andere durch das Feuer gehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare