Drama in Dubai: Die Bad Bevenserin Katharina Dück sucht verzweifelt ihr Kind

Im Restaurant entführt

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Seit 18. August fehlt jede Spur von dem 17 Monate alten Rayan. Auch die Behörden der Vereinigten Arabischen Emirate suchen nach ihm. Fotos: privat

Bad Bevensen/Dubai. Es ist eine Szene wie in einem Fernsehkrimi. Eine Frau sitzt mit ihrem kleinen Jungen, dem Ehemann und einer Freundin in einem Restaurant.

Plötzlich springt der Mann auf, reißt den 17 Monate alten Rayan aus dem Kinderstuhl und flüchtet mit ihm aus dem Lokal. Seitdem fehlt von beiden jede Spur.

Katharina Dück mit ihrem Jungen; das Bild entstand kurz vor der Entführung.

Der Bad Bevenserin Katharina Dück ist diese unfassbare Geschichte passiert, am 18. August in Dubai. Dort hatte sie sich auf Anraten des deutschen Konsulates mit ihrem ägyptischen Ehemann getroffen, vor dem sie große Angst hat. Katharina Dück hatte sich in Dubai zuvor wochenlang vor ihrem gewalttätigen Ehemann in verschiedenen Hotels versteckt, weil sie nicht gemeinsam mit ihrem Jungen ausreisen konnte (AZ berichtete). Doch sie müsse vor dem bevorstehenden Scheidungsprozess guten Willen zeigen, meinten die Diplomaten. Dann bestätigten sich die schlimmsten Befürchtungen: Der Ehemann entführt den Jungen – seitdem ist er verschwunden.

Die 27-Jährige war als Hotelmanagerin in die Emirate gezogen, hatte den ägyptischen Anwalt Mohamed R. kennengelernt und geheiratet und war nach der Eheschließung nach eigenen Angaben zuhause praktisch eingesperrt gewesen. Ihre in Bad Bevensen lebende Mutter hat zwischenzeitlich eine Vermisstenanzeige bei der Polizei Uelzen wegen des kleinen Rayan aufgegeben. „Der Fall wird jetzt vom Bundeskriminalamt weiter geführt“, sagt Polizeisprecherin Antje Freudenberg. Mittlerweile suchen auch die Ermittlungsbehörden der Vereinigten Arabischen Emirate und Interpol nach Mohamed R. Denn der Mann ist mit dem Jungen abgetaucht, hat seine Wohnung nicht mehr aufgesucht und das Handy ausgeschaltet. Die letzten beiden Verhandlungstage vor dem Scheidungsgericht hat er nicht wahrgenommen, am 10. September soll nun auch in Abwesenheit des Vaters ein Urteil gesprochen werden.

Katharina Dück hofft, dass sie dann auch gleich das Sorgerecht erhält. Ob sie aber ihren Jungen wiedersieht, ist ungewiss – denn Mohamed R. aufzuspüren, ist so gut wie unmöglich.

Von Thomas Mitzlaff

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