Lehrer, Schüler, Eltern der Kooperativen Gesamtschule Bevensen machen mobil

Protest per Postkarte

Motive wie dieses schicken die Bevenser an die Landespolitik. Der Sinn hinter der Karte: Durch die verlängerten Arbeitszeiten der Pädagogen würden Kollegen mehr belastet und fünf Lehrerstellen an der Bad Bevenser KGS wegfallen. Grafik: privat

Bad Bevensen. Lehrer, Schüler und Eltern Bad Bevensens machen gemeinsam mobil. Am kommenden Donnerstag, 20.

März, beteiligt sich die Kooperative Gesamtschule (KGS) Bad Bevensen an der landesweiten Aktion „5 vor 12“, bei der gegen die Änderung der Arbeitsverordnung für Pädagogen an Gymnasien protestiert werden soll.

Eine entsprechende Resolution, in der der Personalrat der KGS ihren Ärger über die um eine Stunde verlängerte Arbeitszeit der Lehrer sowie andere „nicht eingehaltene Versprechen der Landesregierung“ betont, liegt bereits auf dem Tisch der Landtagsfraktionen.

Kommende Woche wollen die Bevenser dann ein optisches Zeichen setzen: Um fünf Minuten vor 12 Uhr werden sich etwa 200 Schüler der Jahrgangsstufen sieben bis zwölf, Lehrer und Eltern auf dem Schulhof versammeln, eine Uhr nachstellen und die Resolution vorlesen. „Wir sind ganz stolz darauf, dass unsere Schule diese Form des Protests gewählt hat und unsere Lehrer nicht mit dem Ausfall von Unterricht, Klassenfahrten oder Konzerten reagieren, wie es an anderen Einrichtungen gemacht wird“, betont Elternratsvorsitzende Astrid Probst gestern im AZ-Gespräch.

Über den Protesttag hinaus wollen die Lehrer mit einer Postkartenaktion auf ihre Situation aufmerksam machen: „Die Pläne der Landesregierung zur Änderung der Arbeitszeitverordnung für Lehrer kosten allein an der KGS Bad Bevensen fünf Stellen. Schon heute erreichen viele Kollegen nicht gesund das Pensionsalter“, schreiben sie in 200-facher Ausführung an die Landtagsabgeordneten Heiner Scholing (Grüne) und Jörg Hillmer (CDU). „Die beiden sind ja für uns zuständig, darum werden sie auch zugeschüttet“, kündigt Rebecca Brinkmann vom Schulpersonalrat an.

Das Herzog-Ernst-Gymnasium (HEG) und das Lessing-Gymnasium (LeG) werden voraussichtlich kommendes Schuljahr keine Klassenfahrten durchführen. Das haben die Personalversammlungen der Uelzener Gymnasien ergeben (die AZ berichtete) – eine Entscheidung, mit der sie nicht allein stehen: Rund 18 Gymnasien Niedersachsens reagieren mit einem Verzicht auf Klassenfahrten, weil die Landesregierung die Unterrichtsverpflichtung von 23 auf 24 Stunden erhöht hat.

Von Wiebke Brütt

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