Anwohner sammeln Unterschriften gegen geplanten Wohnblock

Protest in Bad Bevensen: „Bekommen die Südseite zugeknallt“

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Marco Gödecke (links) und Sven Brüggemann studieren den Bebauungsplan „In der Hese IV“. Sie haben Unterschriften gegen den geplanten Standort von günstigem Wohnraum gesammelt.

Bad Bevensen – 52 Unterschriften haben Sven Brüggemann, Marco Gödecke, Janin Hänel sowie andere Anwohner im Baugebiet „In der Hese III“ in Bad Bevensen gesammelt.

Sie wollen verhindern, dass die Stadt im geplanten Baugebiet „In der Hese IV“ vergünstigten Wohnraum direkt angrenzend zu ihren Häusern schafft.

„Uns geht es um den geplanten Standort und nicht darum, dass wir günstigen Wohnraum verhindern wollen. Wir hätten die Unterschriften auch gesammelt, wenn es Luxuswohnungen wären“, betont Brüggemann. Sie alle hätten im Glauben, dass im geplanten Baugebiet „In der Hese IV“ nur Einfamilienhäuser gebaut werden, ihre eigenen Häuser geplant. „Und jetzt bekommen wir mit Wohnblöcken die Südseite zugeknallt“, sagt Brüggemann. Es sei unfair, die Leute zunächst bauen zu lassen und sie dann vor vollendete Tatsachen zu stellen.

Ihre Forderung ist, den geplanten günstigen Wohnraum an einem anderen Standort im Baugebiet „In der Hese IV“ zu schaffen. „Warum kann man das nicht am Rand des Baugebiets etwa am Elbe-Seitenkanal bauen?“, fragt Gödecke. Dadurch werde auch der Lärm durch den deutlichen Einwohnerzuwachs weniger.

Martin Feller, Bürgermeister von Bad Bevensen.

Bad Bevensens Bürgermeister Martin Feller verteidigt die derzeitigen Planungen. „Von einem Riegel kann man nicht sprechen, das werden einzelne Häuser sein“, erklärt er. Deren Höhe sei auf neun Meter, die Breite auf 27 Meter begrenzt. Die Höhe entspreche der zulässigen bei den Einfamilienhäusern. Die Beschattung werde zwar etwas größer sein und die Bebauung etwas dichter, aber dafür schaffe man bis zu 60 Wohneinheiten dringend benötigten bezahlbaren Wohnraums.

„Die Thematik des bezahlbaren Wohnraums ist innerhalb der Planungen für das Baugebiet dramatischer geworden“, betont er. Von Seiten der Arbeitgeber der Stadt sei vielfach der Wunsch nach bezahlbaren Wohnungen für ihre Angestellten geäußert worden.

Gleichzeitig müssten auch ältere Menschen mit geringen Renten die Möglichkeit haben, in Bad Bevensen zu leben. Und auch der Standort für die Wohnungen sei sehr genau ausgesucht worden. „Wir haben den extra gewählt, da der Verkehr dort gleich über die beiden Zubringerstraßen abfließen kann“, sagt Feller. Wenn man den bezahlbaren Wohnraum an anderer Stelle im Baugebiet schaffen würde, müsste der Verkehr durch das ganze Wohngebiet abfließen.

VON LARS LOHMANN

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