DRK-Kreisverband plant Millionen-Investition rund um die Villa im Park in Bad Bevensen

Projekt für alle Lebensphasen

Die Villa im Park soll Teil eines Seniorenwohnprojekts des DRK-Kreisverbands werden.
+
Die Villa im Park soll Teil eines Seniorenwohnprojekts des DRK-Kreisverbands werden.

Bad Bevensen. Zum Jahresende werden in der Villa im Park in Bad Bevensen die Umzukgskartons gepackt: Wie berichtet, werden die noch wenigen verbliebenen Flüchtlinge dann aus dem historischen Gebäude ausziehen und anderweitig untergebracht.

Der DRK-Kreisverband als Eigentümer der Villa hat bereits Pläne für eine folgende Nutzung: Seniorengerechte Wohnungen sollen auf dem Gelände entstehen. Doch das allein ist es noch längst nicht, sagt DRK-Kreisgeschäftsführer Heinz Meierhoff im AZ-Gespräch.

Eigentlich war auf der Fläche ein Demenzdorf geplant, das sich jedoch am Ende nicht realisieren ließ. „Der Grundgedanke für an Demenz erkrante Menschen wird aber weiterverfolgt“, betont Meierhoff. So will das DRK – ähnlich wie es schon am sogenannten Ilmenauquartier an der Ripdorfer Straße in Uelzen geschehen ist – Räume schaffen, in denen Menschen in den späteren Lebensphasen alt werden können.

Rund um die Villa im Park sind demnach neue Gebäude mit unterschiedlichen Angebote geplant. „Demenz ist nicht gleich Demenz“, erklärt Heinz Meierhoff. Die Erkrankung habe von Aggressivität über Weglauftendenzen bis hin zum Wunsch nach Geselligkeit viele Facetten. „Wir wollen daher Wohnraum mit allen Möglichkeiten der Betreuung schaffen“, sagt der DRK-Chef. Wer jedoch allein an eine Alten- und Pflegeanlage denkt, liegt falsch. „Im Grunde können Sie mit 60 mit Ihrem Porsche vorfahren, einziehen und erstmal fünf Monate auf Weltreise gehen“, veranschaulicht Meierhoff. Doch der Zustand der Selbstständigkeit könne sich eben im Laufe des Lebens bis hin zur vollständigen Hilfsbedürftigkeit ändern. Und dann seien alle Angebote – vom Seniorentreff bis zum Rund-um-die-Uhr-Pflegedienst – vorhanden.

Zurzeit sei man mit dem Projekt noch in der Planungsphase. „Erst einmal muss Baurecht hergestellt werden“, sagt Heinz Meierhoff. Eine dafür erforderliche Änderung des Flächennutzungsplans und der Beschluss über einen Bebauungsplan seien bereits beantragt. Mit einem Baustart rechnet er in 2020.

Der DRK-Kreisgeschäftsführer weiß, dass das Vorhaben nicht von allen mit Begeisterung aufgenommen wird – so fürchteten Teile der Bad Bevenser Politik um die Optik der Eingangssituation zur Stadt. Meierhoff stellt jedoch eines klar: „Natürlich denke ich nicht darüber nach, dort Bäume abzusägen. Der Baumbestand dort ist schützenswert.“ Und auch die Villa im Park soll selbstverständlich erhalten werden. Allein ihre Sanierung wird auf drei bis vier Millionen Euro geschätzt. „Die Villa ist ein dominierendes Gebäude und stellt dort den Mittelpunkt dar“, so Meierhoff.

Alt und Neu sollen harmonisch miteinander in Verbindung gebracht werden. „Da muss es ums Städtebauliche gehen und nicht um irgendeine Fensterfarbe“, hofft Meierhoff auf ein konstruktives Miteinander aller Entscheider. „Bad Bevensen ist ein Gesundheitsstandort, der gerade vom demografischen Wandel stark betroffen ist, und wir sehen an diesem attraktiven Standort eine gute Perspektive für ein solches Projekt.“

Von Ines Bräutigam

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare