„Bürger für Bad Bevensen“ fordern Aufklärung zum Kurhaus-Sachverhalt

Wie kam es zur Prämierung?

Wird derzeit favorisiert: der Neubau-Vorschlag des Büros Storch, Ehlers und Partner aus Hannover.

Bad Bevensen. Die Wählergemeinschaft „Bürger für Bad Bevensen“ (BfB) fordert umfassende Aufklärung. Aufklärung darüber, warum der bei einem Architekten-Wettbewerb prämierte Entwurf für einen Kurhaus-Neubau nun doch nicht weiter verfolgt werden kann, weil der Kostenrahmen von 5,5 Millionen Euro nicht eingehalten wurde.

Und Aufklärung darüber, warum dieser Entwurf dann überhaupt zur Bezuschussung beim Land Niedersachsen eingereicht wurde.

Denn wie berichtet, kommt auf die Stadt Bad Bevensen deswegen möglicherweise Ungemach zu: Der Architekt des prämierten Sieger-Entwurfs, Dirk Lüderwaldt aus Köln, hatte den Bevensern in einem offenen Brief unter anderem Vetternwirtschaft und Verfahrensfehler vorgeworfen. Statt seines Entwurfs soll nun nämlich der Neubau-Entwurf des Hannoveraner Büros Storch, Ehlers und Partner weiter verfolgt werden – die Stadt Bad Bevensen hatte dieses Büro zur Teilnahme am Wettbewerb fest nominiert.

„Wir haben von dem offenen Brief aus der AZ erfahren“, sagt Brigitte-Susanne Hendel-Andabaka, Vorsitzende der BfB-Fraktion im Bad Bevenser Stadtrat. Auf Nachfrage bei dem Architekten in Köln habe sie den offenen Brief dann erhalten.

Es sei höchste Zeit, den aktuellen Stand des Architekten-Wettbewerbs für einen möglichen Kurhaus-Neubau zu erörtern. Und zwar in der kommenden Sitzung des nicht öffentlich tagenden Verwaltungsausschuss am 15. Dezember, wie Hendel-Andabaka für ihre Fraktion beantragt hat.

War zunächst erste Wahl der Jury: der Entwurf des Kölner Architektenbüros Lüderwaldt.

So wollen die „Bürger für Bad Bevensen“ nicht nur geklärt wissen, warum überhaupt der Kölner Entwurf prämiert wurde, wenn er doch über dem vorgegebenen Kostenrahmen lag. Auch die Kurhaus-Raumplanung, für die es ein Gutachten gegeben hat, wirft in ihren Augen Fragen auf. „Inwieweit sind die Vorstellungen dieses Gutachtens in den Wettbewerb eingeflossen? Und wie hoch waren die Kosten dieses Gutachtens?“ fragt die BfB in ihrem Antrag. Hintergrund: Mögliche Betreiber der neuen Kurhaus-Gastronomie hatten funktionale Mängel des Lüderwaldtschen Entwurfs kritisiert – unter anderem im Keller befindliche Toiletten, eine fehlende Vorfahrtmöglichkeit zum Eingang oder ganz grundsätzlich: die räumliche Absetzung von der Therme, die ja in ihrer jetzigen Form bestehen bleiben wird. Wie berichtet, sah der Entwurf aus Köln ein separates Kurhaus-Gebäude vor, das nicht an die bestehende Jod-Sole-Therme angeschlossen wäre.

Und eine weitere Frage stellt sich der BfB-Fraktion: Warum wurden von den insgesamt drei Drittplatzierten des Architekten-Wettbewerbs nur die Hannoveraner für einen Alternativ-Entwurf ausgewählt und die anderen beiden nicht berücksichtigt? Und im Übrigen sei der BfB immer noch unklar, ob es zwischenzeitlich eine Kostenermittlung für eine Kurhaus-Sanierung gibt. „Wenn ja, welches Büro wurde damit beauftragt und welche Planungsvorgaben wurden gemacht, besonders im Hinblick auf die energetische Sanierung?“

Von Ines Bräutigam

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