Altenmedinger Bläserkorps betreibt musikalische Völkerverständigung in Brasilien

Ein Posaunenchor geht auf Reisen

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Die Mitglieder des Posaunenchores Altenmedingen haben es sich auf die Fahne geschrieben, heimisches Liedgut in die Welt hinauszutragen. In den Sommerferien steht die nächste Reise nach Brasilien an. 

Altenmedingen. Der Posaunenchor der evangelisch-lutherischen Kirche Altenmedingen ist in seiner kleinen Gemeinde mit 1500 Einwohnern zu Hause. Wohl fühlen sie sich aber in der ganzen Welt.

„Unsere zweite Leidenschaft neben dem Musizieren ist das Reisen“, sagt Léonard Hyfing, Vorsitzender des Chores. Für den nächsten Trip geht es um die halbe Welt: Mit Posaune im Gepäck brechen 30 Bläser in den Sommerferien zu einer dreiwöchigen Rundreise nach Brasilien auf.

Bereits seit Jahren unterhält der Chor Partnerschaften mit Kirchengemeinden und Musikvereinen in Frankreich, Polen, England, den USA, Argentinien und Brasilien. Um einen authentischen Eindruck der anderen Kulturen zu bekommen, schlafen die Posaunisten größtenteils in Gastfamilien statt im Hotel. „So lernt man Land und Leute am besten kennen“, erklärt Hyfing.

Dabei erleben die Bläser allerhand Kurioses. „Bei einer Gastfamilie in Brasilien gab es Palmenherzen zu essen“, erinnert sich der 30-Jährige. Die hätten ihm zwar nicht geschmeckt, doch aus Höflichkeit habe er seinen Teller aufgegessen. Die Folge: Von der Dame des Hauses gab es zweimal Nachschlag.

Bei der letzten Reise schickte die Fluggesellschaft einige Koffer des Posaunenchors nach Australien. Das hatte zur Folge, dass ein Mitglied die Aussicht vom Zuckerhut im Schlafanzug genoss.

Neben all den prägenden Erlebnissen auf den Reisen steht die Völkerverständigung im Vordergrund. „Wir wollen den anderen Nationen die deutsche Kultur näherbringen“, sagt Hyfing. Das funktioniert am Besten über gemeinsames Musizieren. Die Brasilianer lieben deutsche Komponisten wie Bach und klassische Barockmusik, so der Vorsitzende. „Ohne Rosalinde braucht ihr gar nicht kommen“, scherzen die brasilianischen Freunde, wenn sich die Bläser wieder ankündigen.

Einem der Orte, die der Chor bereist, ist das deutsche Liedgut besonders gut bekannt. „Pomerode in Südbrasilien wurde von pommerschen Siedlern gegründet und ist bis heute weitgehend deutschsprachig“, erklärt Hyfing. Der absolute Kontrast erwartet den Chor dagegen in Barroco Na Bahia, die als afrikanische Stadt Brasiliens gilt. Ein Besuch im multikulturellen Rio de Janeiro darf natürlich auch nicht fehlen.

Um sich auf ihre Reise einzustimmen und auch den Daheimbleibenden Sambaflair zu vermitteln, gibt der Posaunenchor am Sonntag, 19. März, ein „Brasilien, wir kommen“-Konzert in der St. Mauritius-Kirche in Altenmedingen. Doch keine Sorge: Die Bläser haben auch Altbewährtes wie einen Strauß an deutschen Abendliedern im Gepäck.

Von Sandra Hackenberg

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