Politik muss sich flexibel zeigen

Diskutierten gestern Abend zur geplanten Tank- und Rastanlage in Hohnstorf: Matthias Sost, Jörg Hillmer, Moderator Hans-Jürgen Otte und Dirk Möller (von links). Foto: Ph. Schulze

Hohnstorf. Die Politik muss sich in der Gestaltung der Richtlinien flexibel zeigen, damit die Landesstraßenbaubehörde doch noch umplanen kann. Auf diese Kernaussage lässt sich wohl die öffentliche Diskussionsveranstaltung gestern Abend im Dorfgemeinschaftshaus von Hohnstorf zusammenfassen, die von NDR 1 Niedersachsen für die Sendung „Jetzt reicht’s“ aufgezeichnet wurde. Denn auch gestern Abend ließen die Hohnstorfer keinen Zweifel daran: Mit der nahe ihres Heimatorts geplanten A-39-Tank- und Rastanlage (TRA) wollen und werden sie sich nicht arrangieren.

NDR-Moderator Hans-Jürgen Otte ließ Dirk Möller, Leiter der Landesstraßenbaubehörde in Lüneburg, Matthias Sost von der Hohnstorfer Bürgerinitiative gegen den Rasthof und CDU-Landtagsabgeordneten Jörg Hillmer ihre Positionen vertreten, und auch das Publikum machte in unmissverständlichen Wortbeiträgen klar, dass man den mit einer TRA einhergehenden Verlust von Wohnqualität, landwirtschaftlichen Flächen und Naherholung nicht hinnehmen werde. Angesichts des heftigen Widerstandes versucht deshalb auch Jörg Hillmer, auf Landesebene alle Hebel in Gang zu setzen, um auf Bundesebene zu erreichen, dass die zwischen einzelnen Tank- und Rastanlagen festgesetzten Höchstabstände auch verändert werden können. Denn während sich die Hohnstorfer vehement gegen eine TRA wehren, gibt es aus Uelzen Signale, dass man dort eine solche Anlage durchaus akzeptieren würde.

Eine Verschiebung allerdings würde eine Kettenreaktion auslösen, denn zwischen zwei Tank- und Rastanlagen sollten 50 bis 60, in Ausnahmefällen maximal 80 Kilometer liegen. Mit einer Verlegung der TRA von Hohnstorf nach Uelzen blieben zum nächsten, südlich geplanten Rasthof bei Wollerstorf (Landkreis Gifhorn) noch 30 Kilometer Abstand übrig. „Dann müsste auch dort umgeplant werden“, so Dirk Möller, „beide Anlagen bedingen sich.“

Der Behördenleiter steckt in einem Dilemma: Er muss objektiv planen, wie es ihm der Bund in Auftrag gegeben hat. Andererseits hat er durchaus Verständnis für die subjektiven Sorgen der Hohnstorfer. Wie berichtet, war Jörg Hillmer mit einer Abordnung Bienenbütteler jüngst im Wirtschaftsministerium und hatte gefordert, den Standort Uelzen für eine TRA zu prüfen – was in Hannover auch zugesagt wurde. Für die Hohnstorfer steht fest: Die Politik ist jetzt in der Pflicht, eine Lösung für ihr Problem zu finden.

Die Sendung „Jetzt reicht’s“ mit der Diskussion aus Hohnstorf wird morgen, Donnerstag, ab 20 Uhr in NDR 1 Radio Niedersachsen ausgestrahlt.

Von Ines Bräutigam

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