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Bauamtsleiter Willing stellt mögliche Baugebiete in und um Bad Bevensen vor

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Flächennutzungsplanentwurf für Bad Bevensen.
Ausschnitt aus dem Flächennutzungsplan für Bad Bevensen. Mögliches Bauland ist leuchtend rot gekennzeichnet. Im Westen die größte Fläche am Britzenberg. © Privat

Die Mäander der Ilmenau, die Bahnlinie mitten durch die Stadt, die Umgehungsstraße als Begrenzung, die östlichen Stadtteile bis zum Kanal – das ist Bad Bevensen in der Kartendarstellung. Leuchtend rot eingezeichnet sind die Flächen in der Kurstadt und den neun Bevenser Dörfern, wo zukünftig Menschen leben könnten. Insgesamt 37 Hektar Bauland weist der Entwurf für den neuen Flächennutzungsplan aus, den Bauamtsleiter Oliver Willing am Dienstag im Bauausschuss vorstellte.

Bad Bevensen – Den Wohnbaubedarf bis 2035 beziffert er auf 40 Hektar. Der Flächennutzungsplan ist die übergeordnete Planung für die nächsten 15 bis 20 Jahre. Insgesamt 35 Baulücken und Baulandflächen hat die Verwaltung ausgemacht. Die größte Entwicklungsreserve für die Kurstadt mit insgesamt elf Hektar liegt auf der Westseite des Britzenbergs. Häuser könnten auch zwischen der Siedlung Am Osterbeck und dem Friedhof entstehen. Rot hat die Verwaltung auch Teile der Beneckewiese markiert, die schon vor einigen Jahren bebaut werden sollte. „Man muss die Diskussion darüber führen, ob man innerstädtisch nachverdichtet“, erklärt Willing. Die Hagenwiese soll dagegen als Grünfläche erhalten bleiben. Insgesamt ergibt sich für Bad Bevensen und Medingen neues Bauland von 26 Hektar.

Verzicht auf Baugebiet in Medingen

Mögliche Bauflächen sind bereits im Integrierten Entwicklungskonzept (ISEK) aufgeführt (AZ berichtete). Die jetzige Planung weicht aber auch in Teilen von den Vorschlägen ab. „Zehn Hektar am Rießel in Medingen haben wir gestrichen, um den Ort nicht übermäßig zu entwickeln“, erklärt Willing. Auf der anderen Seite räumt der Entwurf den Dörfern größere Möglichkeiten des Wachstums ein, als im Isek dargestellt. So verzeichnet die Planung für Seedorf 2,46 Hektar Bauflächen, für Gollern 1,99 Hektar und für Sasendorf 1,44 Hektar Bauland.

Die Kommunalpolitiker wollen zunächst in den Fraktionen über die Vorschläge sprechen. „Wir finden es auf jeden Fall gut, dass eine Entwicklung der Dörfer vorgesehen ist“, lobt Hannes Henze (SPD). „Wir müssen aber aufpassen, dass die letzten Schmuckstücke nicht an Spekulanten gehen.“

Kritik an der Größe der Bauflächen

Bedenken gibt es angesichts der Größe der Bauflächen. „Das ist ein enormer Flächenverbrauch“, kritisiert Hans-Bernd Kaufmann (BfB). Das entspreche 370 bis 400 Bauplätzen. „Ist das gewünscht?“ „Vielmehr soll auf die qualitative Entwicklung geachtet werden“, fordert Dr. Julia Pfeiffer-Schlichting (Grüne). Insbesondere fast 20 Hektar Bauland auf den Dörfern seien zu viel. Aus ihrer Sicht sollte abgewartet werden, bis der Landschaftsplan vorliegt. Zuständig ist allerdings die Samtgemeinde.

Die Bundesregierung möchte den Flächenverbrauch bis 2030 auf 30 Hektar begrenzen. Eine konkrete Vorgabe für die Kurstadt ergibt sich daraus nicht. „Wir befinden uns in der Phase des Vorentwurfs“, sagt Bauamtsleiter Willing. In einem Jahr könnte der Flächennutzungsplan für Bevensen-Ebstorf beschlossen werden.

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