Sozialwohnungen in der Hese / Stadt will Bevenser Feriendorf kaufen

Platz für bezahlbaren Wohnraum

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Wie die Pilze schießen die Eigenheime im Baugebiet in der Hese aus dem Boden. Hier wollen Grüne/WBB und BfB ein Areal für sozialen Wohnungsbau ausweisen.

Bad Bevensen – Betonmischer, Gerüste, Handwerker: In Bad Bevensen wird so viel gebaut wie lange nicht mehr. Im Baugebiet in der Heese schießen die Eigenheime wie die Pilze aus dem Boden. Aber auch größere Objekte entstehen an verschiedenen Stellen in der Kurstadt.

Von einem Bauboom sprach Bürgermeister Martin Feller (Grüne) jetzt bei der Dreikönigstagung des Handwerks im Kurhaus. Viele private Investoren seien dabei, neuen Wohnraum zu schaffen.

Was fehlt, sind offenbar bezahlbare Wohnungen für kleinere und mittlere Einkommen. Die Gruppe Grüne/Wählergemeinschaft Bad Bevensen (WBB) und die Bürger für Bevensen (BfB) wollen jetzt gegensteuern. Sie schlagen vor, in der Hese eine Fläche für sozialen Wohnungsbau zu reservieren. Der Antrag wird heute, Donnerstag im nichtöffentlichen Verwaltungsausschuss der Stadt beraten.

„Bad Bevensen hat großen Zuzug. Die Menschen wollen nach Bad Bevensen“, sagt Katja Schaefer-Andrae, Gruppensprecherin von Grünen und WBB. „Wir haben viele Kliniken. Für die Mitarbeiter muss bezahlbarer Wohnraum da sein.“

Bauen müssen Privatunternehmer, sie sollen durch eine Änderung des Bebauungsplans in der Hese dazu gebracht werden. Auf einem kleinen Teil des Gesamtareals sollen Gebäude mit zwei Vollgeschossen und einem ausgebauten Dachgeschoss möglich sein, schlagen Grüne/WBB und BfB vor. „Bei der Veräußerung der Fläche durch die Stadt muss sich der Erwerber durch einen städtebaulichen Vertrag verpflichten, Wohnungen im Rahmen der sozialen Wohnraumförderung zu schaffen“, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung

Womöglich, hoffen die Antragsteller, könnten die hier entstehenden Neubauten auch für eine Förderung aus dem geplanten „Bündnis für bezahlbaren Wohnraum in Niedersachsen“ in Frage kommen.

Möglicherweise könnten auch auf dem Gelände des ehemaligen Hamburger Feriendorfs geförderte Wohnungen entstehen. „Die Ideen sind noch im Fluss“, sagt Bürgermeister Feller. Fest steht aber, dass die Stadt die 4,8 Hektar große Immobilie kaufen will, um die noch übriggebliebenen Flachdachbauten abzureißen. 870 000 Euro stehen dafür im Haushalt. Zurzeit laufen Kaufverhandlungen mit dem Insolvenzverwalter.

Der bislang gültige Bebauungsplan lasse nur eine Klinik oder eine touristische Nutzung zu, betont Feller. Die Stadt sei aber bereit, den Plan zu ändern. Voraussetzung aus Sicht des Bürgermeisters: Das Projekt muss etwas Besonderes sein.

VON GERHARD STERNITZKE

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