Verwaltungsgericht entschied: Eigentümerin muss Apotheken-Pavillon instand halten

Zur Pflege verpflichtet

+
Die Erhaltung des denkmalgeschützten Pavillons im Park hinter der Rats-Apotheke in Bad Bevensen ist für dessen Eigentümerin längst zur Last geworden.

Bad Bevensen. Seit Jahren betet Antje Schröder es den Verantwortlichen immer wieder herunter: Die Eigentümerin der Bevenser Rats-Apotheke sieht sich nicht mehr in der Lage, den hinter ihrem Eigentum liegenden 2900 Quadratmeter großen Park und den darin vor sich hin rottenden, aber unter Denkmalschutz stehenden Pavillon zu unterhalten.

Damit sie die Last endlich los wird, hatte Antje Schröder beim Verwaltungsgericht gegen den Landkreis Uelzen geklagt, der sie aufgefordert hatte, den Pavillon in Schuss zu bringen. Doch die Richter haben ihre Klage jetzt abgewiesen.

Die angegriffene denkmalrechtliche Anordnung sei rechtmäßig und verletze die Klägerin nicht in eigenen Rechten, führt das Verwaltungsgericht in seiner Begründung an. „Der Richter hatte in der mündlichen Verhandlung schon gesagt, dass er den Richtlinien des Denkmalschutzes folge“, sagt Antje Schröder frustriert, „da hätte ich eigentlich schon gleich nach Hause gehen können. Als Mensch hat man da keine Chance.“

Landkreis und Verwaltungsgericht vertreten die Ansicht, dass die Instandhaltung des Pavillons für die Eigentümerin nicht unzumutbar ist. „Woher wollen die denn wissen,was für mich zumutbar ist?“ wundert sich Antje Schöder und macht ihrem Unverständnis Luft: „Es ärgert mich, dass Behörden einfach nicht einsehen können, dass man als Privater auch mal an seine Kapazitätsgrenzen stößt.“ Mit der Unterhaltung der markanten Rats-Apotheke habe Schröder schon genug zu tun. Und auch hier muss sie sich derzeit mit der Stadt auseinandersetzen, weil sie 2006 ihren Balkon verglast, dafür allerdings keine Baugenehmigung eingeholt hatte.

Wie sehr Eigentum verpflichtet und zur Bürde werden kann, erfährt Antje Schröder derzeit hautnah und steckt nun im Dilemma. Einerseits wurde sie per Gerichtsurteil dazu verdonnert, für die Unterhaltung des Pavillons aufzukommen. Andererseits kann sie sich diese finanziell gar nicht leisten, sagt sie. Zwischen 30 000 und 50 000 Euro müssten in den Pavillon investiert werden, der nicht nur verfällt, sondern sich nun auch senkt und neigt und von Bäumen des Parks gedrückt wird. „Ich habe kein Geld, um da einen Statiker zu bezahlen“, so Antje Schröder. Deshalb mache sie jetzt erstmal gar nichts.

Abreißen darf Antje Schröder das kleine klassizistische Gebäude, wie berichtet, nämlich auch nicht – das hat ihr die Denkmalschutzbehörde untersagt. Und einen Verkauf des Parks an einen Investor, der dort Wohnhäuser bauen wollte, erschwerte die Stadt durch eine kurzerhand verhängte Veränderungssperre und eine eingeschränkte Baumöglichkeit nur im südlichen Bereich des Parks. Der Investor sprang ab.

Der Stadt Bad Bevensen, der am Erhalt des Pavillons liegt, würde Antje Schröder Grundstück und Gebäude sogar schenken, sagt sie frustriert – die Stadt hat schon dankend abgelehnt, dafür aber die mögliche Beteiligung an der Sanierung des Pavillons in Aussicht gestellt. Den Park, sagt die Eigentümerin, müsse sie dann aber immer noch pflegen. „Ich kann aber nun mal nicht mehr, als ich habe“, betont sie abermals, dass ihre wirtschaftliche Situation derlei Unterhaltungen nicht her gebe.

Einen Widerspruch gegen das Gerichtsurteil wird Antje Schröder aber nicht einlegen. Wahrscheinlich würde alles nur noch teurer werden – denn die jetzigen Prozesskosten muss sie schließlich auch noch tragen.

Von Ines Bräutigam

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare