Pflastern, wie man mag

Der Probeentwurf zeigt einen Vorschlag, wie die Bebauung im neuen Baugebiet am Britzenberg aussehen könnte. Skizze: Planwerkstatt Nord

Bad Bevensen. Mitte Juli soll der Bau der Straßen beginnen, Ende September soll das Gebiet dann erschlossen sein und Anfang Oktober könnten die ersten Häuslebauer loslegen. Doch bis es dazu kommen kann, mussten die Mitglieder des Bad Bevenser Bauausschusses erst einmal die Abwägungen über die eingegangenen Einwände während der öffentlichen Auslegung des Bebauungsplanes „Britzenberg“ absegnen.

Wie berichtet, sollen auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei Eggers zwischen Ebstorfer Straße und Britzenberg 29 Bauplätze entstehen.

Ein zentraler Einwand zu dem Vorhaben kam vom Landkreis Uelzen: Man möge doch eine wasserdurchlässige Befestigung auf den Grundstücken vorschreiben. Doch Bad Bevensens Bauamtsleiter Roland Klewwe machte den Ausschussmitgliedern klar, dass das wahrscheinlich wenig bringen werde: „Die Erfahrung hat gezeigt, dass das einfach nicht zu kontrollieren ist.“ Und Vorschriften, die von vornherein nicht einzuhalten seien, könne man auch gleich sein lassen. Seine Empfehlung: Die wasserdurchlässige Gestaltung solle den künftigen Hausbesitzern als Empfehlung mit auf den Weg gegeben werden.

Die Bündnisgrüne Verena von Kriegstein konnte diese Haltung nicht nachvollziehen. „Wenn der Landkreis schon so etwas vorschlägt, sollten wir dem auch folgen“, fand sie. Eine Vorschrift für wasserdurchlässige Befestigungen würde sie „als Signal“ empfinden und gut heißen. Weil die übrigen Mitglieder des Bauausschusses es laut Klewwes Vorschlag aber bei einer Empfehlung belassen wollten, verwehrte von Kriegstein insgesamt ihre Zustimmung für die Empfehlung des Bebauungsplanes.

Ein Spielplatz muss in dem Gebiet nicht vorgesehen werden, erklärte der Bauamtsleiter, weil es in der näheren Umgebung bereits fünf Spielplätze gebe. Außerdem sei zwar eine erhöhte Verkehrsbelastung an der Ebstorfer Straße zu erwarten, entschärfende Maßnahmen seien aber nicht erforderlich. Auch die direkte Nachbarschaft zu einem Autohaus stellt weder für Häuslebauer noch für den Betrieb ein Problem dar, wie ein Verträglichkeitsgutachten besagt.

Die Fassaden der neuen Häuser dürfen mit Mauerwerk verblendet, hell geputzt oder auch mit Holzfachwerk versehen werden, und durch die Festsetzung von Firsthöhen und Dachneigungen bei zweigeschossiger Bauweise sollen für das Gebiet harmonische Baukörper entstehen. Zu guter Letzt wurde eine zunächst angedachte Vorschrift, wonach die an öffentliche Flächen grenzenden Einfriedungen der Grundstücke nur 80 Zentimeter hoch sein dürfen, wieder verworfen. Die Interessenten – von denen es übrigens mehr gibt als Bauplätze vorhanden sind – hätten allesamt den Wunsch nach besserer Abschirmung der Grundstücke geäußert, so Klewwe. Vor allem an der Ebstorfer Straße, „und es gibt keinen Grund, warum man da einen freien Blick auf die Häuser lassen sollte“, konnte der Bauamtsleiter dieses Anliegen nachvollziehen. Der Bauausschuss sprach sich deshalb auch für eine maximale Höhe solcher Einfriedungen von zwei Metern aus.

In seiner Sitzung am 16. Juni soll der Rat der Stadt Bad Bevensen nun den Bebauungsplan beschließen, damit es losgehen kann.

Von Ines Bräutigam

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