Lesen soll günstiger werden

Pfand- statt Jahresgebühren in den Bibliotheken in Bevensen und Ebstorf

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Die Bibliothek im Bad Bevenser Griepe-Haus führt schon die Kleinen früh ans Lesen heran. Die Gebührenerhöhung hat vermutlich Leser abgeschreckt.

Ebstorf/Bad Bevensen – Lesen bildet. Und Bücher eröffnen eine eigene Welt. Deshalb stehen sie immer noch hoch im Kurs. In der Bevenser Bibliothek im Griepe-Haus und in der Bücherei im Ebstorfer Rathaus gibt es Romane und Sachbücher, so viel man lesen kann.

Doch was darf dieser Service kosten? Jetzt hat der Ausschuss für öffentliche Einrichtungen der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf die Bibliotheksgebühr unerwartet abgeschafft und eine monatliche Pfandgebühr eingeführt.

2015 hatte die Samtgemeinde die Jahresgebühr von 10 auf 15 Euro erhöht – ebenso wie die Säumniszuschläge für zu spät abgegebene Bücher. „Das wurde vielfach von Nutzern kritisiert, so dass berechtigter Anlass für die Sorge bestand, dass dies auf die Nutzerzahlen Einfluss haben könnte“, erläuterte erster Samtgemeinderat Thomas Fisahn. Tatsächlich zählte die Bücherei im Griepe-Haus 2015 noch 66 650 Entleihungen, 2018 waren es nur noch 51 840, wenn die Zahlen auch in den Vorjahren schwankten. Deshalb war geplant, die Jahresgebühr wieder auf 10 Euro abzusenken. „Wir lagen an der oberen Grenze“, räumt Fisahn ein.

Corinna Großmann, Vorsitzende des Fördervereins der Bibliothek im Griepe-Haus, schlug dagegen vor, die Jahresgebühr doch ganz fallen zu lassen. „Für manchen Leser sind 10 Euro zu teuer, wenn er nur ein Buch im Jahr ausleiht“, gab sie zu bedenken. „Wir wollen ja Bürger mobilisieren, zu lesen.“

Deshalb schlug sie eine monatliche Pfandgebühr von einem Euro pro Monat vor. Wer die Bibliothek nicht regelmäßig nutzen will, ist dann mit zwei Euro dabei. Dem schloss sich der Ausschuss mehrheitlich an. „Bildung sollte kostenlos sein“, befand Ausschussmitglied Friederike Hein. Es gab aber auch Kritik. „Wir sind der Meinung, dass wir nicht bei den Gebühren hin- und herspringen sollten“, wandte Léonard Hyfing für die Gruppe CDU/FDP ein. Er schlug vor, die Gebühren bei 15 Euro zu belassen. „Was man bezahlt, hat einen Wert.“

Bibliotheksleiterin Ina Heuer mahnte dagegen, dass gerade bildungsferne Schichten angesprochen werden sollen. „Die Hemmschwelle bei Gebühren ist grundsätzlich da.“ Und der Einnahmeverlust werde über zusätzliche Nutzer aufgefangen.

VON GERHARD STERNITZKE

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