Bevensen-Ebstorf: Ein Rechenfehler bescherte dem Samtgemeinderat eine weitere Zitterpartie

Personalie Oelstorf – eine Wahl mit Hindernissen

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Bevensen-Ebstorf. Eine Enthaltung sorgte bei der vergangenen Samtgemeinderatssitzung Bevensen-Ebstorfs für allerhand Wirbel. Denn es galt, den Ebstorfer Stadtdirektor Wilhelm Oelstorf zum Samtgemeinderat zu wählen.

Mit Zwei-Drittel-Mehrheit sollte zuerst beschieden werden, dass die Stelle nicht ausgeschrieben wird, um dann direkt den Ebstorfer Verwaltungschef zum Samtgemeinderat wählen zu können – dafür wiederum hätte eine einfache Mehrheit gereicht. Ein Verfahren, das vor etwa einem halben Jahr auch Torsten Wendt zum ersten Samtgemeinderat machen sollte. Samtgemeindebürgermeister Hans-Jürgen Kammer hatte seinen Amtskollgen aus der ehemaligen Samtgemeinde Altes Amt Ebstorf, die in der neuen Kommune Bevensen-Ebstorf aufgegangen war, für den Posten vorgeschlagen. Zuerst versagte ihm jedoch der Samtgemeinderat Bevensen-Ebstorfs die Zwei-Drittel-Mehrheit für den Verzicht auf die Auschreibung und nach der Auswertung der Bewerbungen wurde Torsten Wendt dann auch in einem nächsten Schritt vom Rat mehrheitlich abgelehnt. Erst in einer zweiten Wahl wurde Thomas Fisahn mit knapper Mehrheit zum ersten Samtgemeinderat gewählt.

Und auch dieses Mal hielt die Abstimmung über eine Personalie Spannung bereit – obgleich keine der Parteien offensichtlich an Wilhelm Oelstorf zweifelte. Ute Schmiddt-Maennerich (CDU) hatte sich bei der Abstimmung über die Ausschreibung und die Besetzung des Postens mit Oelstorf enthalten – einzig aus dem Grund, dass sie bei Vorbesprechungen nicht anwesend war. Mit 28 Ja-Stimmen und einer Enthaltung im Gepäck sprach Sitzungsleiter Frank Hagel dann prompt Glückwünsche für den neuen Samtgemeinderat aus – die er dann kurze Zeit später wieder zurückziehen musste. Der Verdacht: Wegen der Enthaltung sei die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit verfehlt. Ratlose Gesichter. Die CDU beantragt Unterbrechung der Sitzung und beratschlagt sich, während zeitgleich Vertreter der Verwaltung zusammen kommen... Doch nach einigen Minuten kann Samtgemeindebürgermeister Kammer Entwarnung geben: „In die Verwaltung geht der, der nicht rechnen kann. Ich bitte um Entschuldigung.“ Denn bei 37 Ratsmitgliedern – sieben hatten sich zur Sitzung abgemeldet und ein Mitglied hatte sich bekanntlich enthalten – reichten die 28-Ja-Stimmen doch für Oelstorfs Wahl. Acht Jahre wird er als Samtgemeinderat in der Verwaltung arbeiten.

Von Wiebke Brütt

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