Bad Bevensen: Für 94-Jährigen kommt jede Hilfe zu spät / Akku-Explosion als Ursache?

Parkhotel: Tod im Flammenmeer

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Eine Million Euro Schaden: Meterhoch loderten die Flammen in der Nacht zu Dienstag in den Himmel und zerstörten das Obergeschoss des Parkhotels.

Bad Bevensen . „Ich habe vom Balkon aus die Flammen gesehen und dann riefen nur noch alle: raus, raus, alle Leute raus“, sagt Walburga Franken. Sie ist eine von 26 Gästen, die in der Nacht zu Dienstag aus dem brennenden Bad Bevenser Parkhotel gerettet worden ist.

Für einen 94-Jährigen aus Sachsen-Anhalt kam allerdings jede Hilfe zu spät, er starb in den Flammen. Dachstuhl sowie der erste Stock des Hotels in unmittelbarer Nähe der Jod-Sole-Therme sind niedergebrannt. Die Polizei beziffert den Sachschaden auf mehr als eine Million Euro.

Nach bisherigen Erkenntnissen war das Feuer im Obergeschoss des Hotelgebäudes am Alten Wiesenweg ausgebrochen. Mehr als 120 Feuerwehrleute waren vor Ort, retteten die Hotelgäste zum Teil über Dach und Balkone. „Viele waren barfuß oder nur im Nachthemd“, berichtet Walburga Franken. Ihr 57-jähriger Mann Udo habe sogar noch anderen Hotelgästen geholfen, über eine außen gelegene Feuertreppe aus dem Haus zu gelangen. „Für einige ältere Leute war das gar nicht so einfach.“ Neben den Rettungskräften betreute der Bad Bevenser Pastor Hermann-Georg Meyer die Betroffenen und Feuermänner an der Unglücksstelle.

Video vom Brand

Die Polizei geht derzeit von einem technischen Defekt im Zimmer des 94-Jährigen und seiner Ehefrau als Brandursache aus. Vermutungen von Hotelgästen, dass der Akku eines Elektro-Bikes im Zimmer des Ehepaar explodiert sei und so das Feuer ausgelöst habe, wollte Polizeisprecher Kai Richter gestern auf AZ-Nachfrage weder bestätigen noch dementieren. Spezialisten des Zentralen Kriminaldienstes aus Lüneburg sicherten Spuren und analysierten den Brandort. Parallel befragten die Ermittler Zeugen. Die Untersuchungen dauern an.

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Parkhotel-Inhaber Michael Schwarz, der selber im Untergeschoss des Hotels lebt, war ebenfalls durch die Alarmanlage geweckt worden. „Ich habe die Gäste dann aus ihren Zimmern herausgeklopft. Viele waren trotz Alarm nicht aufgestanden“, berichtet er gestern Vormittag sichtlich betroffen. Für die nächste Woche habe er sich eine Ferienwohnung gegenüber seines Hotels gemietet. Seine Wohnung ist vor allem durch das Löschwasser in Mitleidenschaft gezogen worden. „Sobald ich dort wieder Strom habe, will ich wieder einziehen“, sagt Schwarz, der das 31-Betten-Haus seit acht Jahren führt. „Es wird sicher mindestens ein halbes Jahr dauern, bis wir das Parkhotel wieder öffnen können. Auch das Restaurant muss vollkommen saniert werden.“

Von Wiebke Brütt

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