Bädertag in Bad Bevensen: Wie man die Kur ins 21. Jahrhundert transportiert

Orte suchen ihre Identität

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Rund 80 Vertreter der niedersächsischen Kurorte tagen seit gestern in Bad Bevensen.

Bad Bevensen. Wie wird ein Kurort zum Ort der Kur? Um diese zentrale Frage rankt sich der Niedersächsische Bädertag, der gestern im Bad Bevenser Kurhaus begann und heute fortgesetzt wird.

Konkrete Antworten versprechen sich die rund 80 Vertreter aus den niedersächsischen Kurorten unter anderem aus einem Markenprozess. Denn die Marke „Kur“ individuell für sich zu nutzen und sie zu vermarkten – das ist des Pudels Kern.

„Es geht darum, aus den tradierten Ansätzen herauszukommen und den Markt der sogenannten Selbstzahler zu erschließen“, erläutert Heinz-Hermann Blome, stellvertretender Vorsitzender des niedersächsischen Heilbäderverbands gestern im Pressegespräch. Der Bädertag soll jedem Einzelnen Impulse dafür geben, „die eigene Identität hervor zu holen“, ergänzt Michael Domsalla, Markenberater des Deutschen Heilbäderverbands.

Bad Bevensen, das bescheinigte die Geschäftsführerin der TourismusMarketing Niedersachsen GmbH, Carolin Ruh, den hiesigen Kurstädt-ern, habe bislang „alles richtig gemacht“. Man solle aufhören, mit sich selbst zu hadern. Allerdings sei eines von großer Bedeutung: „Man muss die Kräfte bündeln, alle Partner müssen in die gleiche Richtung streben.“ Und das müsse man wollen. „Die Organisationsstruktur ist letztlich egal, es ist nur wichtig, dass alle die gleiche Botschaft senden und auf die gleiche Zielsetzung einzahlen“, gab sie im Hinblick auf die getrennten Geschäftsführungen der Bad Bevenser Kurgesellschaft und der Bad Bevensen Marketing GmbH zu bedenken.

Brigitte Goertz-Meissner als Präsidentin des Deutschen Heilbäderverbands betonte in diesem Zusammenhang noch einen weiteren Aspekt: „Die Therme sollte einen großen finanziellen Beitrag zum Marketing leisten, denn sie ist auch Nutznießerin des überregionalen Bekanntheitsgrads. So machen es andere Orte jedenfalls auch.“ Außerdem riet die Heilverbandspräsidentin den Bevensern, in die Park- und Grünanlagen zu investieren. Denn das sei, neben der Jod-Sole-Therme, der zweite große Trumpf der Kurstadt. Ihr Appell: „Daran nie sparen!“

Von Ines Bräutigam

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