Ohne Alternative

Die Tage des alten Veranstaltungs- und Gastrobereiches des Bad Bevenser Kurhauses scheinen gezählt – der Stadtrat spricht sich für eine Rundumerneuerung aus.

Bad Bevensen - Von Ines Bräutigam. Die Stadt Bad Bevensen ist grundsätzlich dazu bereit, die Trägerschaft für das Kurhaus zu übernehmen und gibt der Verwaltung grünes Licht, einen Umbau beziehungsweise Neubau des Kurhauses zu prüfen. Das hat der Rat der Stadt Bad Bevensen am Donnerstagabend beschlossen. Allein Brigitte-Susanne Hendel-Andabaka (CDU) stimmte dagegen, weil sie unter anderem etwaige Folgekosten für die Stadt nicht berücksichtigt sah.

Voraussetzung für die Übernahme des Kurhauses ist, dass für einen Um- oder Neubau Zuschüsse gezahlt werden und der Landkreis eine einmalige Abstandszahlung leistet und damit seine 58 Prozent Anteile – über die anderen 42 Prozent verfügt die Stadt Bad Bevensen – an der Kurgesellschaft abgibt (die AZ berichtete). Mit dem Betrieb des Kurhauses soll dann die Bad Bevensen Marketing GmbH beauftragt werden.

Fraktionsübergreifend war man sich im Rat einig: Es besteht dringend Handlungsbedarf, denn das Kurhaus – es geht hierbei um den Veranstaltungs- und Gastronomiebereich links des Haupteinganges – ist dringend sanierungsbedürftig. Vor allem eine Steigerung der Energieeffizienz, so hoffte CDU/FDP-Gruppenvorsitzender Jürgen Schliekau, „könnte den Konsolidierungsbemühungen der Stadt entgegenkommen“. Grundsätzlich dürften mit einer Übernahme des Kurhauses die Gesamtbelastungen für die Stadt Bad Bevensen nicht steigen, sie müssten eher geringer werden, forderte Schliekau.

Für Matthias Richter (SPD) stand fest: „Diese Entscheidung ist ohne Alternative, denn die Alternative wäre fürchterlich.“ Veranstalter beschweren sich über die mangelhafte Bühnensituation, sagen immer öfter Termine ab, so Richter. Dieser Entwicklung müsse man Einhalt gebieten. Außerdem habe die Stadt jetzt „die einmalige Gelegenheit“, Regie über das Geschehen im Kurhaus zu führen. Richter: „Wir haben zwei Möglichkeiten: Das Kurhaus so lassen, dann bleibt es eine offene Wunde im Fremdenverkehrswesen, oder wir bauen etwas Wirtschaftliches.“ Eine Spitze verteilte Richter in Richtung des ehemaligen Geschäftsführers der Kurgesellschaft, Hans-Bernd Kaufmann: „Man muss sich fragen, was er eigentlich getrieben hat. Jetzt hat man das Gefühl, der Ort blüht auf.“ – Ein Kommentar, den Eckhard Warnecke (CDU) schlichtweg als „Frechheit“ bezeichnete.

Siegfried Tippel (WBB) und Martin Feller (Grüne) schlossen sich an. So war Feller vor allem froh, dass der jetzigen Energieverschwendung ein Riegel vorgeschoben werden kann. Siegfried Tippel mahnte derweil den engen Zeitplan an. Denn sollen die Förderanträge – immerhin in Höhe von bis zu 75 Prozent – bis zum Stichtag 15. Februar 2011 gestellt sein, müssen die vollständigen Antragsunterlagen bis Anfang Dezember vorgelegt werden. „Wir brauchen kurzfristig gute Betreiberkonzepte“, so Tippel. Damit es die bald gibt und ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben werden kann, hat Bauamtsleiter Roland Klewwe nicht nur seinen Urlaub abgesagt, wie Vize-Rathauschef Hans-Jürgen Kammer betonte, sondern der Rat bewilligte außerdem noch Planungskosten in Höhe von 90 000 Euro.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare