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Obstbauern erwarten gute Erträge für das Steinobst und andere Früchte

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Von: Lars Lohmann

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Claudia Reinhart Obstscheune Barum Zwetschen
Einen Zwetschenbaum, der so voller violetter Früchte hängt, hat Claudia Reinhart von der Obstscheune eher selten gesehen. Die Ernte ist dieses Jahr außergewöhnlich gut. © Lohmann, Lars

Kein Spätfrost und kein Hagel, dafür viel Sonne: Für die Obstbauern ist es ein gutes Jahr mit hohen Erträgen. In Barum hägen so viele Zwetschen an den Bäumen, dass es sogar zu Astbruch kommt.

Barum – Fast wie überdimensionierte Weintrauben hängen die violetten Zwetschen in schieren Massen an den Bäumen der Plantage bei Barum. Obstbauern in der Region wie Alexander Reinhart von der Obstscheune erwarten dieses Jahr eine gute Ernte speziell auch für Zwetschen. „Ohne Bewässerung wäre es dieses Jahr aber schwierig geworden“, sagt Alexander Reinhart. So hätte in Süddeutschland manch Obstbauer die Zwetschen von seinen Bäumen schlagen müssen, um zumindest die Bäume zu retten.

Die Hitze sei Fluch und Segen zugleich für die Zwetsche und andere Obstsorten. „Weil es so trocken war, hatten wir kaum Probleme mit Pilzen, aber Sonnenbrand war eine Gefahr. Bei Temperaturen von 39 Grad werden die Früchte quasi gekocht und verbrennen halbseitig“, erklärt er.

Auch Schädlinge wie der Pflaumenwickler und die Kirschessigfliege machten sich dieses Jahr rar. Wer zu Hause einen Zwetschenbaum habe und Probleme mit dem Pflaumenwickler, solle Pheromonfallen ausprobieren, rät der Wirtschafter für Obstbau und Obstveredelung. „Es verhindert die Vermehrung nicht komplett, aber vermindert das Problem“, sagt er.

Wesentlicher Grund, warum dieses Jahr ein gutes Obstjahr ist, ist laut Claudia Reinhart, dass es weder Spätfrost gab, der die Blüte zerstörte, noch Hagelschauer, die später die Früchte schädigten. „Im April schaut man immer wieder bange auf die Temperaturen“, sagt sie.

Zwei Tonnen Zwetschen bringen die Mitarbeiter an einem Tag ins Kühlhaus. Normalerweise ist die Ausbeute wesentlich geringer. Manch Zwetschenbaum sitzt auch so voll, dass es zum Astbruch kommt. „Zwetschen werden im Gegensatz zu Äpfeln nicht mit der Hand ausgedünnt“, erklärt Alexander Reinhart. Der Aufwand sei zu groß. Da im vergangenen Jahr der Spätfrost fast die komplette Blüte zerstört hat, haben die Zwetschenbäume über ein Jahr Kraft gesammelt und sehr stark geblüht. Zudem herrschte übers Jahr gesehen fast perfektes Wetter.

Zehn verschiedene Zwetschensorten werden rund um Barum angebaut. Die erste Frucht ist bereits Ende Juni reif, sodass mit einer kurzen Unterbrechung bis Mitte Oktober durchgehend geerntet werden kann. „Inzwischen wird bei den Zwetschen wieder mehr auf Geschmack gezüchtet“, erklärt Alexander Reinhart. Der Ruf der Frucht habe gelitten, denn für Supermärkte werden Zwetschen oft geerntet, bevor sie reif sind. Was dem Image der Zwetsche nicht gerade geholfen habe.

„Kaum einer isst die Zwetsche noch unzubereitet. Die meisten kennen sie nur noch aus dem Kuchen oder machen Kompott draus“, sagt Alexander Reinhart. Jetzt müsse man die Menschen wieder an die Frucht heranführen. Denn Zwetsche und Pflaume gelten als sehr gesund. Sie sind Schlankmacher aufgrund des enthaltenen Kaliums, welches den Stoffwechsel anregt. Sie enthalten auch reichlich Vitamin B. Außerdem ist in Zwetschen von Natur aus Sorbit, ein Zuckerersatzstoff, für dessen Verarbeitung der Mensch kein Insulin braucht.

Was für die hohen Erträge bei den Zwetschen gilt, erwartet Alexander Reinhart auch für die Apfelernte. „Das wird ein gutes Apfeljahr“, sagt er.

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