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Bürgermeister gibt Bericht über die Aufnahme von ukrainischen Flüchtlingen in Bevensen-Ebstorf

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Martin Feller, Bürgermeister der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf
Samtgemeindebürgermeister Martin Feller berichtet über die Aufnahme von ukrainischen Flüchtlingen in Bevensen-Ebstorf. © Sternitzke, Gerhard

Einen Bericht über die Aufnahme ukrainischer Flüchtlinge in der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf gab Bürgermeister Martin Feller (Grüne) am Montag im Ausschuss für Schule und Soziales. Die zentrale Unterkunft des Landkreises Uelzen befindet sich in der alten Sporthalle der Kooperativen Gesamtschule. Durchschnittlich 90 der 150 Plätze sind belegt.

Bad Bevensen – 100 000 Euro hat der Samtgemeinderat für die Flüchtlingshilfe zur Verfügung gestellt. Knapp 29 000 Euro davon sind bereits ausgegeben, unter anderem für Hilfstransporte in Mannschaftswagen der Freiwilligen Feuerwehren, die auf der Rückfahrt auch Flüchtlinge mitnahmen.

12500 Euro einmalige Nothilfe für ankommende Familien

12 500 Euro wurden als einmalige Nothilfe an die Ankömmlinge, in der Regel Frauen mit Kindern, ausgezahlt. „Die haben alle ihr Erspartes mitgebracht“, erklärt Feller. „Die ukrainische Währung war dann wertlos. Da sie noch nicht vom Landkreis erfasst waren, mussten sie Geld bekommen, um Essen einzukaufen.“

Zu Beginn der Flüchtlingswelle unterstützte die Samtgemeinde den Landkreis bei der Wohnungssuche für die Flüchtlinge. Zwei Teams aus der Samtgemeindeverwaltung begutachteten die von Bürgern angebotenen Wohnungen, eine Mitarbeiterin wies die Familien zu. Zuweilen sei es schwierig gewesen, große Wohnungen für kinderreiche Familien zu finden.

„Die Ehrenamtlichen machen einen super Job“, spricht Feller ein großes Lob aus. Jeder Familie sei ein Ehrenamtlicher zugeordnet, der sie unterstützt. So gebe es auch viele Kranke unter den Flüchtlingen, die teilweise von ihren Betreuern zu Arztterminen gefahren worden seien.

900 Flüchtlinge hat der Landkreis laut Feller bislang aufgenommen, weitere 1500 werden bis Ende Juni erwartet. Anfangs stand bei einer möglichen Überfüllung der KGS-Halle sogar ein Einspringen der Samtgemeinde wegen Obdachlosigkeit im Raum. Das Technische Hilfswerk ist in der Lage, innerhalb von drei Stunden Betten in der Turnhalle der Bevenser Waldschule aufzustellen und eine Küche einzurichten. Das DRK würde die Essensversorgung übernehmen. „Ich habe immer den Schlüssel in der Tasche“, so Feller.

Derzeit tagt der Krisenstab der Samtgemeinde einmal in der Woche. Ebenso oft gibt es Abstimmungsgespräche mit dem Landkreis. Fellers Fazit: „Zu Anfang sah es dramatisch aus, im Moment hat sich die Lage deutlich entspannt.“

Schulen haben 35 ukrainische Schüler aufgenommen

Die Grundschulen im Samtgemeindegebiet haben bislang 35 Schüler aufgenommen, davon allein die Bevenser Waldschule 21. Die Samtgemeinde führt bereits Gespräche mit Schulen und Kindertagesstätten, damit ukrainische Mitarbeiter mit pädagogischer Qualifikation zu ihrer Betreuung eingestellt werden können. Die Landesschulbehörde kündigte hierfür weitere Mittel an.

Die Gemeinde Altenmedingen ist laut dem Ausschussvorsitzenden und Ortsbürgermeister Léonard Hyfing (FDP) bereits dabei, Sprachkurse für erwachsene Ukrainer einzurichten. Der Landkreis sammelt laut Feller noch die Namen Interessierter für einen Deutschkurs.

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