Diana-Klinik meldet sechs Patienten mit Infektionen / Gesundheitsamt gibt Hygienetipps

Noroviren haben Hochsaison

+
Ein Blick durch das Elektronenmikroskop: So sehen Noroviren aus.

Bad Bevensen/Landkreis. Schwallartiges Erbrechen, Durchfall, Übelkeit und Kopfschmerzen und ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl – das sind Symptome einer Norovirus-Infektion.

Bei sechs Patienten der neuro-geriatrischen Station der Bad Bevenser Diana-Klinik wurde vergangene und diese Woche der meldepflichtige Magen-Darm-Infekt diagnostiziert. Die Betroffenen sind isoliert in Einzelzimmern untergebracht, um weitere Ansteckungen zu verhindern, wie Birga Berndsen, Pressesprecherin der Diana-Klinik gestern auf AZ-Nachfrage bestätigt.

Alle sechs Patienten seien inzwischen auf dem Weg der Besserung. „Norovirus-Infektionen kommen leider in Kliniken immer wieder vor“, sagt Berndsen und betont, dass es sich bei dem Virus um keinen Krankenhauskeim handelt, sondern einen von außen – beispielsweise von neu eingelieferten Patienten oder Besuchern – eingeschleppten Virus. „Patienten werden in der Diana-Klinik schon im Verdachtsfall isoliert untergebracht – da reicht es schon, wenn jemandem nur übel ist“, betont Berndsen. Das 600-Betten-Haus folge einem Hygieneplan, der auch mit dem Gesundheitsamt Uelzen-Lüchow-Dannenberg abgestimmt ist, wie Dr. Gerhard Wermes erklärt. „Das ist beherrschbar“, sagt er und betont, dass diese Saison – von Oktober bis März treten üblicherweise vermehrt Norovirus-Infektionen auf – sogar vergleichsweise wenig Fälle bekannt seien. Vor zwei Wochen seien ihm ein erkrankter, vergangene Woche drei und nun sechs Patienten gemeldet worden. „Das ist alles noch auf einem recht geringen Niveau.“

Übertragen wird der Virus vorwiegend von Mensch zu Mensch, aber auch über Speisen, Getränke und Gegenstände – wie beispielsweise die oft genannte Türklinke. Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen dem Kontakt mit dem Virus und dem Ausbruch der Symptome, beträgt sechs bis 50 Stunden. In der Regel reicht laut Landesgesundheitsamt eine ambulante Versorgung der Erkrankten aus – brenzlig werden kann es bei Kleinkindern und älteren Personen, die viel Flüssigkeit verlieren. Sie müssen teilweise in Kliniken behandelt werden.

Wer Erkrankte zu Hause versorgt, muss strenge Hygieneregeln befolgen: „Das Tückische an dem Norovirus ist, dass er höchst ansteckend ist und nicht sofort abstirbt, wenn er außerhalb des Körpers ist“, warnt Dr. Wermes. Demnach mahnt er: Betroffene sollen den Kontakt zu Gesunden möglichst meiden oder auf das Nötigste beschränken. Außerdem muss die Wäsche mindestens bei 60 Grad gewaschen werden. Auch bei der Handhygiene gilt es einiges zu beachten. So sollten die Hände mindestens eine Minute gründlich mit Seife gewaschen werden. „Wichtig ist es auch, die Räume zwischen den Fingern sowie die Handwurzel und den Handteller nicht zu vergessen“, rät Dr. Wermes. „Wer Kot oder Erbrochenes entfernen muss, sollte Einmal-Handschuhe nutzen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare