Verwaltung holt Informationen ein / Land hat schon 550 Anträge genehmigt

Keine Entscheidung über Luftfilter für Grundschulen in Bevensen-Ebstorf

Klassenraum mit Luftfilter
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Luftfilter in einer Grundschule. Grünen-Ratsherr Udo Wieczorek hat die Aufstellung mobiler Geräte beantragt. Die Verwaltung will Fördermittel nutzen. Eine Entscheidung wurde noch nicht getroffen.
  • Gerhard Sternitzke
    VonGerhard Sternitzke
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Gut Ding braucht Weile, sagt der Volksmund. Das gilt auch in Corona-Zeiten. Kurz vor Weihnachten hat der Grünen-Ratsherr Udo Wieczorek beantragt, für die Grundschulen in der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf mobile Luftfilter anzuschaffen. Zu einem Ergebnis ist man noch nicht gekommen. Das hängt auch damit zusammen, dass die Kommune auf Fördermittel hofft.

Bevensen-Ebstorf – „Wir sind mit Hochdruck am Thema, um möglichst Fördermittel abzuschöpfen“, versprach Ordnungsamtsleiterin Stefanie Maus jetzt im Schulausschuss. Es gehe darum, dass auch im Fall einer vierten Corona-Welle die Schulen geöffnet bleiben können. Vor solch einer vierten Welle wird derzeit gewarnt. Der Grund ist die hochansteckende Delta-Variante des Virus.

„Die Kinder müssen uns das wert sein“, findet Wieczorek. Die Geräte filtern nach seinen Angaben über 99 Prozent der Viren aus der Raumluft. „Die Geräuschbildung war nicht störend“, berichtet der Grünen-Ratsherr von eigenen Erfahrungen am Arbeitsplatz. „Fenster auf, Fenster zu – das ist Quatsch“, findet er.

AHA-Regeln, Hygiene, Selbsttests und vor allem Frischluft bleiben jedoch weiter verpflichtend. „Die Geräte ersetzen keine Lüftung“, stellt Schulsachbearbeiter Torsten Lumpe klar. Auch auf die Stromkosten müsse man achten.

„Im Nahbereich haben die Geräte keine Auswirkung“, weiß Thomas Gudella, Leiter der Mauritius-Schule Ebstorf, zu berichten, in der der Ausschuss tagte. Die Schule nutzt Kohlendioxid-Ampeln. Wenn der Anteil in der Raumluft durch die Atmung der Schüler einen bestimmten Schwellenwert überschreitet, zeigt ein Lichtsignal, dass gelüftet werden muss. Das hilft dann sowohl gegen Müdigkeit als auch gegen Ansteckung mit dem Virus.

Annette Niemann (Grüne, WBB, Keine A 39) wirbt für Luftreiniger: „Wir sollten sicherstellen, dass die Schule stattfinden kann. Wir wissen nicht, wie es im Oktober aussieht.“ Auch über stationäre Geräte müsse nachgedacht werden. Skeptisch bleibt SPD-Ratsherr Hermann Kalinowski. Die Informationen seien widersprüchlich. Der Ausschuss traf deshalb keine Entscheidung über den Antrag.

Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) hat gerade ein großes Förderprogramm für die coronageplagten Schulen im Land vorgestellt, darunter ein Schutzausstattungsprogramm für 20 Millionen Euro. Rund 550 Anträge von Schulträgern sind nach Angaben des Ministers bereits bewilligt. Der Schwerpunkt liege auf kurzfristig umsetzbaren Maßnahmen. „Dabei werden auch weiterhin mobile Luftfilteranlagen durch das Land gefördert, wenn – wie bisher – eine ausreichende Lüftung nicht möglich ist“, sagte Tonne gestern laut Redemanuskript im Landtag – eine wichtige Einschränkung.

80 Prozent Förderung verspricht Tonne. Ausgestattet werden sollen erste bis sechste Schulklassen, weil es für die Schüler der Altersklasse kein Impfangebot gibt. Gefördert werden soll auch die Anschaffung und der Einbau von Lüftungsanlagen, etwa Ventilatoren, die den Luftaustausch unterstützen und gleichzeitig die Temperatur konstant halten. Tonne wies auch auf ein Bundesprogramm für stationäre Lüftungstechnik in Schulen und Kindertagesstätten hin.

Der Lüneburger Kreistag hat beschlossen, je einen Klassenraum in der Oberschule Adendorf, der IGS Embsen und der Immendorff-Schule Bleckede versuchsweise mit Raumluftreinigern auszustatten. Landrat Jens Böther schlägt jetzt vor, schneller vorzugehen. Beraten wird darüber am Montag.

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