Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf: Keine Dreiviertel-Mehrheit für Kammers Stellvertreter-Vorschlag

Es hat nicht gereicht für Wendt

Die Chemie zwischen Torsten Wendt (links) und Hans-Jürgen Kammer stimmte – doch der Samtgemeinderat hat entschieden, die Stelle des Ersten Samtgemeinderates auszuschreiben und nicht Wendt direkt zu wählen. Archivfoto: Ph. Schulze

Bad Bevensen-Ebstorf. Es hat nicht gereicht: Die Dreiviertel-Mehrheit, die für eine Wahl von Torsten Wendt zum Ersten Samtgemeinderat Bevensen-Ebstorfs erforderlich gewesen wäre, wurde am Donnerstagabend nicht erreicht.

Von 35 anwesenden Ratsmitgliedern stimmten 20 dafür, auf eine Ausschreibung dieses Postens zu verzichten und Wendt direkt zu wählen. 28 Stimmen wären für die Dreiviertel-Mehrheit notwendig gewesen. 15 Mitglieder – die geschlossene CDU/FDP-Gruppe und die beiden Mitglieder der Wählergemeinschaft Freie Bürgerliste Ebstorf (FBE) – stimmten gegen eine Wahl Wendts. Die Stelle wird somit umgehend öffentlich ausgeschrieben.

Zuvor hatte Samtgemeindebürgermeister Hans-Jürgen Kammer eindringlich dafür appelliert, seinen einstigen Amtskollegen der Alten Samtgemeinde Altes Amt Ebstorf zu seinem Stellvertreter zu wählen und sein Vorschlagsrecht für die Besetzung dieser Position wahrgenommen. Im Rahmen der Fusionsverhandlungen habe er Wendt „als kooperativen und kompetenten Fachmann“ kennen und schätzen gelernt. „Ohne ihn an meiner Seite wäre es nicht möglich gewesen, die Fusion vertraglich hinzubekommen“, brach er eine Lanze für den Juristen Wendt.

Für besonders wertvoll halte Kammer die Kenntnisse Wendts über Ebstorf, „auf die ich nicht verzichten möchte“, betonte er. Außerdem habe Torsten Wendt in der Kommunalwahl vor allem aus dem Bereich Ebstorf viele Stimmen auf sich vereinigt – man werde mit seiner Wahl zum Ersten Samtgemeinderat also auch den Wählern gerecht. „Und es wäre ein Gebot der Fairness, ihm so eine Ausschreibung zu ersparen“, sagte Hans-Jürgen Kammer. Nicht zuletzt stimme zwischen den beiden die Chemie einfach. Deshalb habe der Gesetzgeber ja auch das Vorschlagsrecht für den Hauptverwaltungsbeamten eingerichtet, so Kammer.

Doch alles Argumentieren nützte offensichtlich nichts. Während Jürgen Hinrichs für die Gruppe von SPD, Grünen und WBB kurz und bündig betonte, dass Kammer die Wahl Wendts „überzeugend begründet“ habe und man deshalb einen Verzicht der Ausschreibung befürworte, fiel das Statement des Vorsitzenden der CDU/FDP-Gruppe, Werner Marquard, ebenso knapp aus: Man sei „nach längerer Diskussion“ zu dem Schluss gekommen, dass die Stelle ausgeschrieben werden soll.

Die Stelle des Ersten Samtgemeinderates für die neue Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf wird nun ausgeschrieben. Vier Wochen werde die Bewerbungsfrist dauern, informierte Hans-Jürgen Kammer, vier weitere Wochen würden dann fürs Auswahlverfahren ins Land ziehen. Ende Januar/Anfang Februar werde der Samtgemeinderat dann wohl eine Entscheidung über die Besetzung fällen können.

Von Ines Bräutigam

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